Abflug nach Frankfurt und Fazit

Ich wache gegen 8:30 Uhr auf und gehe nach der morgendlichen Dusche zum Frühstück, wo mich Frau Oldach auch schon begrüßt. Das Frühstück schmeckt gewohnt gut und ich genieße es. Um 14 Uhr heißt es dann aber Abschied nehmen, ich mache mich auf den Weg zum Flughafen. Ich gebe das Auto zurück, dabei wird eine defekte Abdeckung eines Frontlichts entdeckt. Mir wird ein Unfallbericht gegeben mit dem Hinweis, dass sie sich bei mir melden würden, falls ich noch etwas zahlen müsse.

Danach geht’s zum Air Namibia-Schalter, ich bin ziemlich früh dran, 15:30. Der Flug ist ja erst gegen 20 Uhr, der junge Herr am Schalter meinte, ich solle noch ca. 15 Minuten warten, falls ich an einem Platz am Notausgang interessiert bin. Ich bejahre dies und warte geduldig. Nach kurzer Warterei winkt er mich an seinen Schalter und ich kann einchecken und bekomme einen Platz am Notausgang. Gut, dass ich so früh dran bin. Ich gehe dann ins Kaffee in der Ankunftshalle und surfe noch etwas, poste ein paar Bilder bei Facebook und schreibe meinen Abschiedspost. Irgendwann gehe ich in die Wartehalle, fülle meinen Ausreiseantrag aus und setze mich hin. Dort läuft englischer Fußball auf den Screens, was die Warterei etwas erträglicher macht. Als wir endlich einsteigen, ist es natürlich schon dunkel. Der Flug verläuft im Großen und Ganzen ruhig, ich kann aber wieder nicht schlafen, trotz des Platzes am Notausgang. Erwähnenswert ist noch das riesige Sturmgebiet, was wir umflogen haben, denn dauernd zuckten Blitze aus dem Himmel. Ich habe das bisher noch nicht gesehen. Ganz witzig, mal auf der anderen Seite der Blitze zu sein. Auch kann man durch das Mondlicht die Sahara beim Überflug erkennen, was mich trotz des fehlenden Schlafes etwas versöhnlich stimmt.

Fazit:
Namibia hat mich in seinen Bann gezogen, schlicht und einfach. Das Land ist so wunderschön, dass Worte es nicht zu sagen vermögen, sie können es lediglich versuchen. Bilder können schon einiges transportieren und ich verstehe jetzt, wieso Afrika bei Fotografen so beliebt ist, muss man für tolle Motive nicht lange suchen. Ich bin mir sicher, dass meine erste Afrikaerfahrung aus mir einen Hobby-Fotografen mit Ambitionen auf mehr gemacht hat, sowohl was die Landschaft- als auch auf Tierfotografie betrifft. Es wird definitiv nicht mein letztes Mal in Namibia und schon gar nicht in Afrika gewesen sein. Wie ich schon im Namibia-Forum  kundgetan habe, habe ich vorher das „Afrikavirus“ als Hirngespinst abgetan, heute finde ich mich selbst infiziert vor. Im Kopf steht schon meine nächste Route (Etosha, Caprivi, Chobe, Moremi, Vic-Falls).

Meine persönlichen Highlights waren der Fish River Canyon, der Sonnenuntergang in Aus, der Wal in Lüderitz, der Dünenausflug mit Hermi, die beiden Touren in Swakopmund und natürlich Etosha, was mich so sehr innerlich berührt und verändert hat, dass ich mir einen Urlaub ohne Tierbeobachtungsmöglichkeiten kaum noch vorstellen kann.

Dinge, die für mich besser hätten laufen können, waren Soussusvlei (keine Dünenerklimmung, keine Kenntnis der Umgebung, schlechte Lodge-Auswahl), Mariental (Sundown-Tour verpasst) und Namtib (kein Nature Drive an meinem Tag). Generell waren gerade die ersten Tage schon recht stressig, dadurch, dass ich jeden Tag woanders hinfahren musste, auch wenn’s nie mehr als 250 km pro Tag waren. Auch hätte ich natürlich gerne etwas in Damaraland gemacht, hatte aber keine Lust mehr auf Autofahren (also bewusster Verzicht!).

Ich danke Euch vielmals für Eure Aufmerksamkeit und Euer Durchhaltevermögen. Ich hoffe, Euch hat das Lesen Spaß gemacht!

3 Comments Add Yours

  1. Uta Chlubek

    Hallo Helge,
    ich habe mich jetzt in Abständen mehrere Tage durch Deinen Reiseblog gelesen, auf den ich nur durch Zufall auf der Suche nach einem bestimmten Foto in Namibia gestoßen bin. Selber schon ganz heiß auf Namibia mit einer vorläufigen Routenplanung habe ich mich im wahrsten Sinne des Wortes festgelesen und mein Vorhaben sobald es paßt, Namibia zu bereisen, ist nur noch dringender geworden. Ich habe Deine Ausführungen nicht ohne eine gewisse Spannung verfolgt und als ambitionierte, semiprofessionelle Fotografin zolle ich Dir mein Kompliment für ein paar wirklich gute Ablichtungen. Das Fernweh kommt bei mir nicht von ungefähr und ich bin dankbar, dass ich mein Job in der Reisebranche mit meinen visuellen Interessen verknüpfen kann. Aber zu Namibia hat es noch nicht gereicht, da muß erst der andere Teil der Familie überzeugt werden, der gar nicht mit will. Ich bin an sich auch eher ein Nordlandfan, aber Wüsten üben eine wahnsinnige Anziehungskraft auf mich aus und deshalb habe ich Deine Fotos aufgesogen.
    Dein netter, flockiger Schreibstil gefällt sicher nicht nur mir.
    Falls Du noch nichts zur Vertiefung Deines fotografischen Interesses gefundet hast, lege ich Dir http://www.fotocommunity.de ans Herz. Eine Plattform, die auch mich 2004 in ihren Bann zog und der ich seitdem treu geblieben bin. Ich habe viel Inspration und Anregungen erhalten und auch real nette Freunde und Kollegen kennengelernt. In der Gemeinschaft finden auch regional Treffen und Touren statt. Aber vielleicht erzähle ich Dir auch nur einen alten Hut.
    Ich wünsche Dir persönlich viel Glück und Erfolg, auch immer gut Licht wie man unter uns sagt sowie das Glück des Tüchtigen, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein und alles ist passend zur Hand. Ich werde bestimmt mal wieder bei Dir reinschauen.

    Beste Grüße Uta Chlubek

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  2. Geysir

    Hallo Uta,

    vielen Dank für das Lob, sowas hört man immer gerne :) !

    Fotocommunity.de war mir schon ein Begriff, aber ich schau es mir dank Deines Tipps nochmal etwas genauer an, da ich durch meine Reisen auch zu einem ambitionierten Hobbyfotografen geworden bin.

    Ich wünsche Dir viel Überzeugungskraft bezüglich der Teil der Familie, die nicht nach Namibia will (was mir wirklich schwer fällt zu glauben, dass es sowas gibt 😀 !). Die Anziehungskraft der Wüste kann ich sehr gut nachvollziehen.

    Viele Grüße,
    Helge

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  3. irene kaufmann

    Hallo Helge,

    Deinen Reisebericht kenne ich schon vom Namibia-Forum, habe denselben aber jetzt nochmals von Anfang bis Ende mit viel Vergnügen durchgelesen. Ich habe auch seit Ende 2013 auf einen Bericht von Dir gewartet, da Du ja wieder in Namibia warst. Irgendwo im Forum habe ich gelesen, dass du krank geworden bist.

    Ich hoffe, es geht Dir wieder gut und es gibt in naher Zukunft einen neuen Bericht von Dir.

    Die Bilder haben mich wieder nach Namibia „entführt“ und Sehnsucht nach mehr geweckt.
    Aber es gibt im meinem Umfeld nicht so viele Menschen, die sich für Afrika – die Weite, die Farben, diese ganze tolle Stimmung – interessieren. Schade.

    Werde jetzt deine anderen Berichte in Angriff nehmen.

    Viele Grüße aus München, Irene.

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