Bahn oder nicht Bahn?

Der Air Namibia-Flug ab Frankfurt sollte um 20:06 Uhr starten, so dachte ich mir, dass ich 3 Stunden vorher so gegen ca. 17 Uhr am Flughafen sein wollte. Das bedeutete, ich müsse ab Hamburg den Zug um 13 Uhr nehmen, der direkt bis zum Flughafen fährt. Ich machte mich also um 12:30 gut gelaunt und voller Vorfreude, aber auch sehr aufgeregt und nervös (habe zwar keine Flugangst, aber Menschen haben aus einem bestimmten Grund keine Flügel!) auf zum Hauptbahnhof.

Mehr als pünktlich erreiche ich Gleis 14 a/b, der Zug fährt pünktlich ein, der Zug hält. Ich ahnte noch nicht, dass dies die letzte Bewegung dieses Zuges für fast eine Stunde sein sollte. Diagnose: Steinschlagschaden! Heißt bei einem ICE leider, dass der gesamte Zug ausfällt, kein Ersatzzug. Also eine Stunde auf den nächsten Zug warten. Ich dachte mir zwar schon, „Schade eigentlich, sind die Sitze am Notausgang weg!“ (ich bin 1,98 m, also kein unwesentlicher Gedanke !).

„Nun ja, bin ich halt 2 Stunden vorher da“, dachte ich mir so in meinem jugendlichen Leichtsinn. Ich habe mir die Stimmung nicht verderben lassen, auch nicht vom Aufruf, dass der Nachfolgezug am anderen Gleis abfahren würde. 15 Minuten vor Abfahrt kam diese Ansage, alle rennen zum anderen Gleis. Am Gleis angekommen, sehe ich gerade noch, wie der kaputte Zug nach 55 Minuten dann doch das Gleis verlässt und prompt kommt die Ansage, die ich schon befürchtet habe: Der Nachfolgezug fährt doch am richtigen Gleis ab, also alle wieder rüber. Manchmal denke ich, die Bahn macht sich daraus einen Spaß und nimmt die Sachen für die Weihnachtsfeier oder sowas auf.

Am Ursprungsgleis angekommen die nächste Botschaft, die einen nachdenklich stimmt: Der Zug hat 10 Minuten, nein wartet, 15, nein wartet 20 Minuten Verspätung… ! Ich habe auf die Bahnhofsuhr gesehen und gedacht, „Langsam wird’s dann doch eng“, schließlich schließt der Check-In ca. 1 Stunde vor Abflug. Dieser Gedanke beschäftigt mich weiter und weiter und mit 50 Minuten Verspätung kommt der Zug endlich am Gleis an. Die ersten wirklichen Ängste, dass ich meinen Flug verpassen würde, stiegen in mir auf, vor allem, weil dieser Zug nicht direkt zum Flughafen fahren würde. Ich musste am Frankfurter Hbf in die S-Bahn einsteigen. Dort traf ich auf zwei Ehepaare, die hektisch und auch etwas „paniklich“ darüber redeten, dass sie ihren Flug veroassen würden. Ich fragte eine der Damen, ob es sich dabei zufällig um den Air Namibia-Flug handeln würde und die Dame bejahte das. Ich erfuhr, dass sie schon bei Air Namibia angerufen haben und sie darüber informiert haben, dass der Zug Verspätung hatte. Uns wurde eine Gnadenfrist von 15 Minuten eingeräumt, ETA am Schalter sollte 19:25 sein. Wir haben es dann bis 19:30 Uhr geschafft und hatten das Glück der Hetzenden, dass noch jemand am Schalter war, nicht besonders gut gelaunt, aber das war mir irgendwie egal !

Nachdem mein Koffer abgebeben und ich die Bordkarte erhalten hatte, saß ich dann um 19:50 am Gate und m usste noch ganze 2 Minuten aufs Boarding warten. Jetzt weiß ich, wie es ist, wenn man am Flughafen ausgerufen wird. Eine Erfahrung, die ich nicht noch mal erfahren möchte, aber 5 Stunden vorher am Flughafen sein, ist irgendwie auch keine Lösung…

So hatte ich meine erste „Afrika-Erfahrung“ schon in Deutschland gemacht, musste ich mir von Freunden anhören. Wer den Schaden hat, muss halt wirklich für den Spott nicht sorgen !

Leave a comment