Erste Schritte in Windhoek

Als großer (und schwerer :) !) Mensch ist es kaum verwunderlich, dass ein 10-Stunden-Flug nicht gerade das Angenehmste der Welt ist, aber wer jemals so lange direkt neben der Toilette gesessen hat, der lernt etwas fürs Leben: Kümmere Dich rechtzeitig um einen guten Platz bei einem langen Flug! Nun ja, durch das Bahndilemma habe ich mir aber im Geiste nur die halbe Schuld daran gegeben :) !

Verwunderlich war es daher auch nicht, dass ich keine einzige Minute geschlafen habe und dementsprechend müde durch die Kontrollen geschlurft bin. Ich hatte aber da extremes Glück, ich durfte zu einem gerade neu aufgemachten Schalter gehen und war der Zweite in der Schlange. Auf die Koffer musste ich dann etwas länger warten, war aber einfach nur froh, dass der Koffer nach dem Chaos am Vortag da war. Auf den Mietwagen musste ich auch etwas länger warten, aber das hatte mit meiner etwas komischen Buchung zu tun. Ich hatte für 11 Uhr gebucht, es war aber erst 8 Uhr. Ich bekam schließlich einen Nissan X-Trail 4×4, obwohl ich „nur“ einen KIA Sportage gebucht hatte, eigentlich absichtlich keinen 4×4 (wegen der Verlockung, aber 0 4×4-Erfahrung :) !). Der Vermieter meinte, es könne sein, dass ich den Wagen am nächsten Tag gegen den KIA eintauschen müsse, dann würden sie sich aber melden.

Dann bin ich endlich im Auto und zum allerersten Mal auf der „falschen“ Straßenseite unterwegs. Es fällt mir überraschend leicht, mich aufgrund der vor mir und der mir entgegenkommenden Fahrzeuge daran zu gewöhnen. Kaum verlasse ich das Flughafengelände, verschlägt mir die Landschaft schon den Atem. Genauso hatte ich afrikanische Landschaft in unzählichen Dokus gesehen und fühle mich sofort tief erfüllt und einfach nur wohl. Ich erreiche dank meines iPads und der „Afrika“-App (sie heißt wirklich so und war unglaublich gut und dabei kostenlos!) das Tamboti Guesthouse. Die Begrüßung verwirrt mich total, hatte ich ja gerade endlich mal wieder ausschließlich Englisch mit dem Vermieter gesprochen. „Ach ja“, dachte ich, „ist hier in Namibia halt so“, denn ich werde auf Deutsch begrüßt. Tut mir leid, ich habe leider nicht so ein gutes Namensgedächtnis wie viele andere Berichteschreiber, ich bitte dies zu entschuldigen, daher ist mir der Name der netten Dame entfallen. Mir wird das Zimmer gezeigt, das schon fertig ist. Ich lege mich erstmal hin und schlafe bestimmt 4 Stunden und stehe gegen 14 Uhr auf, um Windhoek zu erkunden. Ich gehe erstmal etwas essen und lese dabei etwas vom „Hofmeyer Walk“, der tolle Panoramas über Windhoek bieten soll.

Windhoek-Innenstadt, Independence Avenue

„Gut“, denke ich so bei mir, „dafür habe ich mir ja extra eine neue Kamera gekauft“. Frisch gestärkt laufe ich den Berg hoch und erhasche einen tollen Blick auf Windhoek.

Windhoek, Hofmeyer's Walk Panorama von Windhoek-Nord

Der Walk macht wirklich Spaß, allerdings brennt mir die Sonne auf den Kopf und ganz plötzlich fällt mir wieder ein, was ich zu Hause vergessen habe: Meinen Hut! Ich gehe aber unbeirrt weiter und werde mit diesen Ausblicken belohnt.

Windhoek, Hofmeyer's Walk Panorama Nord-Windhoek
Windhoek, Hofmeyer's Walk Panorama Windhoek-Downtown

Das war ja schon mal ein toller Einstand, mein erster Tag auf dem afrikanischen Kontinent lag hinter mir. Ich genieße den ausklingenden Tag bei einem kühlen Windhoek Lager und meinem ersten Facebook-Post aus Namibia dank des WLANs vom Tamboti Guesthouse. Ich habe mich wirklich wohl gefühlt dort, glücklich und zufrieden ziehe ich mich dann um 23 Uhr zurück und gehe schlafen. Morgen liegt eine Fahrtstrecke nach Mariental vor mir, auf der ich ordentlich Bilder von der afrikanischen Landschaft machen wollte.

Alle Bilder zu diesem Post in der Fotogalerie: Tag 1: Windhoek

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