Etosha, Tag 3

Für den heutigen Tag habe ich mir eine Strecke ausgesucht, die mich in den östlichen Teil von Etosha bringt, also erst die Wasserlöcher westlich und dann die nördlich von Namutoni. Erster Stopp soll Okerfontein direkt an der Etosha-Pfanne sein. Auf dem Weg dorthin bieten sich immer wieder tolle Blicke in die Pfanne und ich sehe diesen Greifvogel in einem Baumwipfel sitzen.

Greifvogel auf einem Baum direkt an der Etosha-Pfanne, Etosha Nationalpark

Vor mir fährt ein anderes Auto und ich entschließe mich, dem Auto mit etwas Abstand zu folgen. Sie halten immer wieder an, was ich dann auch tue und schaue mir an, was die sich ansehen. Direkt an der Pfanne läuft dann ein männliches Kudu mit einem prächtigen Geweih entlang.

Männliches Kudu direkt an der Salzpfanne, Etosha Nationalpark

Ich schrecke diesen pelzigen Gesellen auf…

Pelzige Geselle am Wegesrand, Etosha Nationalpark

und er läuft vor mir auf der Straße, bis er nach ca. 20 Metern wieder im Gras verschwindet. Ich fahre weiter und erreiche das verwaiste Wasserloch Okerfontein, was ausgetrocknet ist und keine Tiere sind in Sicht. Ich fahre also weiter und erreiche wieder die Hauptstraße und entscheide mich, geradeaus zum Wasserloch Ngobib zu fahren. Ich biege falsch ab, fahre den elendig langen Umweg durch verbranntes Land und eine sehr schlechte Pad und eine Stunde sehe ich kein einziges Tier. Mein Unmut wächst, als sich das Wasserloch ebenfalls als nicht lohnend herausstellt. Ich fahre dieses Mal den kürzeren Weg zurück und hoffe, dass Kalkheuwel meine Laune bessert. Zurück auf dem Hauptweg sitzt ein weiterer Greifvogel in einem Baum.

Greifvogel in einem Baum, Etosha Nationalpark

Ich hatte irgendwo gelesen, dass es in der Gegend um Namutoni mehr Gnus geben soll als im westlichen Teil Etoshas. Die große Herde scheint diese Aussage zu unterstützen.

Kleines Panorama einer Gnuherde in Graslandschaft, Etosha Nationalpark

Meine Laune bessert sich tatsächlich, als ich den Parkplatz von Kalkheuwel erreiche, da sich viele Tiere am Wasserloch befinden. Ich entschließe mich, „Trinkfotos“ von den guten, alten Bekannten zu machen.

Hier ein weibliches Kudu,…

Kudu beim Trinken am Wasserloch Kalkheuwel, Etosha Nationalpark

ein Päarchen Kudus.

Kudu beim Trinken am Wasserloch Kalkheuwel, Etosha Nationalpark

Dann betreten für mich „neue Tiere“ die Szenerie: 2 Warzenschweine.

Warzenschwein auf dem Weg zum Trinken am Wasserloch Kalkheuwel, Etosha Nationalpark

Die beiden haben Durst und trinken.

Warzenschwein beim Trinken am Wasserloch Kalkheuwel, Etosha Nationalpark

In einem Busch neben meinem Auto sitzen diese 4 Vögel:

Vier Vögel sitzen in einem Strauch, Etosha Nationalpark

Plötzlich trifft eine große Gruppe Zebras ein und rennen direkt ins Wasser rein. Als sich der Trubel etwas legt und sie anfangen zu trinken, fange ich endlich an, Bilder zu machen.

Zebrasherde beim Trinken am Wasserloch Kalkheuwel, Etosha Nationalpark

Nochmal mit etwas mehr Zoom:

Nahaufnahme der Zebrasherde beim Trinken am Wasserloch Kalkheuwel, Etosha Nationalpark

Am anderen Ende der Wasserstelle treffen noch ein paar Gnus ein und trinken.

Gnuherde beim Trinken am Wasserloch Kalkheuwel, Etosha Nationalpark

Nach gut einer Stunde fahre ich dann weiter. Auf dem Weg zum Wasserloch Chudop begegnen mir noch drei Elefanten, allerdings sind sie sehr weit weg und bewegen sich von mir weg. Dann stehen plötzlich 3 Autos am linken Rand des Hauptwegs, es muss also etwas Interessantes zu sehen und tatsächlich erkenne ich nach einem Blick durchs Fernglas die Kontour einer Raubkatze.

Gepard mit Springbockkill, Etosha Nationalpark

Leider liegt der Gepard sehr weit weg [den Springbockkill, der neben dem Raubtier liegt, sehe ich erst in Deutschland am PC].

Gepard mit Springbockkill, Etosha Nationalpark

Da sich das Tier kaum bewegt und man auch nicht näher herankommt, entscheide ich mich, weiterzufahren [was ich im Nachhinein bedauere]. Das nächste Wasserloch ist also Chudop, was mir mit am besten gefällt, vor allem die grüne Insel mitten im Wasserloch ist schön und erfreut mein Auge. Aber auch die vielen Giraffen…

Giraffen, Zebras und Impalas am Wasserloch Chudop, Etosha Nationalpark

Es sind auch wieder Warzenschweine anwesend, dieses Mal ein Schwein mit langen Hauern.

Warzenschweine beim Trinken am Wasserloch Chudop, Etosha Nationalpark

Eine Giraffe verneigt sich vor uns,…

Giraffe beim Trinken am Wasserloch Chudop, Etosha Nationalpark

drei andere stecken ihre Köpfe zusammen.

Giraffen stecken die Hälse zusammen am Wasserloch Chudop, Etosha Nationalpark

Zwei Oryxe haben sich wohl was zu sagen und kämpfen.

Oryxe kämpfen am Wasserloch Chudop, Etosha Nationalpark

Zwei Kudus mit herrlichen Geweihen trinken.

Zwei Kudus trinken am Wasserloch Chudop, Etosha Nationalpark

Ich mache mich nach gut einer Stunde dann wieder auf den Weg und fahre Richtung Namutoni, aber ich fahre vorher noch zum Wasserloch Koinachas, an dem ein einzelner Elefant steht und sich anscheinend nach seinem Schlammbad von der Sonne trocknen lässt.

Einzelner eingeschlammter Elefant steht in der Sonne am Wasserloch Koinachas, Etosha Nationalpark

Nachdem er sich 10 Minuten nicht vom Fleck rührt, entscheide ich mich, ins Fort zu fahren und eine kleine Mittagspause einzulegen. Nach einem kleinen Geschäft und etwas Streckübungen auf dem Parkplatz geht’s weiter, jetzt Richtung Norden. Der Blick auf die Fischer’s Pan ist wirklich wunderschön, der Weg über die Verbindung von Etosha und Fisher’s Pan atemberaubend. Nach ein paar Minuten geht’s dann links ab zu Klein Okevi. Dort ist nichts los und ich fahre weiter zu Groß Okevi, wo dieser Kampfadler direkt in einem Baum neben der Straße ein Opfer verspeist.

Er schaut kurz auf,…

Kampfadler mit Perlhuhnkill auf einem Baum am Wasserloch Groß Okevi, Etosha Nationalpark

lässt sich aber nicht stören und frisst weiter,…

Kampfadler beißt sich ein Stück Perlhuhn ab am Groß Okevi, Etosha Nationalpark

bis er mich so ansieht…

Kampfadler schaut mich böse an am Groß Okevi, Etosha Nationalpark

und ich dies als Aufforderung zum Weiterfahren interpretiere. Ich denke, dass ich damit so falsch nicht liege. Aber auch an diesem Wasserloch ist nichts los, sodass ich leicht genervt nach Tsumcor weiterfahre. Dieses künstliche Wasserloch sollte aber für alles entschädigen, denn als ich dort ankomme, sehe ich dort so viele Elefanten wie bislang noch nicht. Ich schätze, es waren an die 40 Tiere durch alle Altersgruppen.

Riesige Elefantenherde am Wasserloch Tsumcor, Etosha Nationalpark

Neuankömmlinge werden herzlich begrüßt:

Neuankömmlinge werden von den Elefanten am Wasserloch Tsumcor nett begrüßt, Etosha Nationalpark

Allerdings bin ich nicht allein, es stehen bereits 8 Autos in einer Reihe und ich muss mich rechts neben den seitlichen Autokorso stellen. Aber für diese Tiere tue ich fast alles :) !

Elefantenkuh mit Baby am Wasserloch Tsumcor, Etosha Nationalpark
Nahaufnahme zweier älterer Elefanten am Wasserloch Tsumcor, Etosha Nationalpark

Ein ganz junger Elefant kann wohl noch nicht so gut mit seinem Rüssel umgehen und staubt sich etwas anders ein.

Elefantenjunges staubt sich mal anders ein, Wasserloch Tsumcor, Etosha Nationalpark
Elefantenjunges staubt sich mal anders ein, Wasserloch Tsumcor, Etosha Nationalpark
Elefantenjunges staubt sich mal anders ein, Wasserloch Tsumcor, Etosha Nationalpark

Einstauben allerorts:

Elefantenkuh mit Baby staubt sich ein am Wasserloch Tsumcor, Etosha Nationalpark
Halbstarker Elefant staubt sich ein am Wasserloch Tsumcor, Etosha Nationalpark

Was auffällt ist, dass die ausgewachsenen Tiere immer zwischen Mensch und ihren Jungen sind und sie so mit ihrem massigen Körper vor potentiellen Feinden abschirmen.

Elefant schirmt Junges ab am Wasserloch Tsumcor, Etosha Nationalpark

Diesem Kollegen würde ich aber auch nicht zu nahe kommen wollen.

Nahaufnahme eines Elefanten am Wasserloch Tsumcor, Etosha Nationalpark

Dann setzt sich ein Großteil der Herde in Bewegung, und zwar in Richtung meines Auto.

Elefantenherde setzt in Bewegung, Wasserloch Tsumcor, Etosha Nationalpark
Elefantenherde setzt in Bewegung, Wasserloch Tsumcor, Etosha Nationalpark
Elefantenherde setzt in Bewegung, Wasserloch Tsumcor, Etosha Nationalpark
Elefantenherde setzt in Bewegung, Wasserloch Tsumcor, Etosha Nationalpark
Elefantenherde setzt in Bewegung, Wasserloch Tsumcor, Etosha Nationalpark
Elefantenherde setzt in Bewegung, Wasserloch Tsumcor, Etosha Nationalpark
Elefantenherde setzt in Bewegung, Wasserloch Tsumcor, Etosha Nationalpark
Elefantenherde setzt in Bewegung, Wasserloch Tsumcor, Etosha Nationalpark
Elefantenherde setzt in Bewegung, Wasserloch Tsumcor, Etosha Nationalpark

Anscheinend stehe ich wohl im Weg, erkenne es aber und setze das Auto etwas zurück. 8 Meter sind mir immer noch nahe genug.

Ich stehe den Elefanten wohl im Weg, Wasserloch Tsumcor, Etosha Nationalpark

Dann bin ich wohl diesem Elefantenbullen immer noch zu nah dran:

Dieser Elefantenbulle meldet sein Wegerecht an, Wasserloch Tsumcor, Etosha Nationalpark
Nahaufnahme dieses Elefantenbulle, der sein sein Wegerecht anmeldet, Wasserloch Tsumcor, Etosha Nationalpark

Mit klopfendem Herzen fahre ich das Auto noch ein Stückchen zurück.

Seitenaufnahme des Elefantenbulle, der sein sein Wegerecht anmeldet, Wasserloch Tsumcor, Etosha Nationalpark

Hier trifft wohl das passende englische Sprichwort „He’s got bigger balls than me!“ sehr gut 😀 ! Mir fällt auch noch ein Zitat aus dem Film „City Slickers“ ein, wo Jack Palance zu Billy Crystal sagt: „Ich scheiße größere Haufen als Du!“, was wohl definitiv auch passt…

Nach diesem (fast zu) hautnahen Erlebnis mit der riesigen Elefantenherde beschließe ich, den Rückweg anzutreten. Da geht doch einfach so eine Giraffe auf der Straße, aber schön am Rand. Eine gut erzogene Giraffe also!

Giraffe läuft am Rand der Straße, wohlerzogen, Etosha Nationalpark

Unter einem Baum neben der Straße liegen Gnus im Schatten und ruhen sich aus.

Gnus im Schatten eines Baumes, Etosha Nationalpark

Die Hörner sind schon imposant.

Nahaufnahme eines Gnus im Schatten eines Baumes, Etosha Nationalpark

Ein Schakal hat irgendwo etwas zu Fressen abgestaubt und ist vollkommen fixiert auf den Knochen.

Schakal hat was zu fressen gefunden, Etosha Nationalpark

Kurz vor Namutoni überquert ein Elefant direkt hinter mir die Straße. „Könnte das einer vom Tsumcor-Wasserloch sein?“, frage ich mich, aber dazu ist das bestimmt zu weit weg.

Elefant läuft hinter mir über die Straße in der Nähe von Namutoni, Etosha Nationalpark

Ich fahre auf dem Rückweg nach Halali nochmal alle „auf dem Hinweg guten“ Wasserlöcher an. Chudop ist bis auf ein Warzenschwein verwaist, daher fahre ich direkt zu Kalkheuwel, wo wieder ein einzelner Elefant am künstlichen Wasserbecken steht und trinkt.

Einzelner Elefant trinkt am Wasserloch Kalkheuwel, Etosha Nationalpark

Ein großer Greifvogel wäscht sich, sieht aber im Vergleich zum Elefanten winzig aus.

Greifvogel und Elefant trinken am Wasserloch Kalkheuwel, Etosha Nationalpark

Dann fällt dem Elefanten wohl auf, dass ihm zu warm ist und beschließt sich abzukühlen.

Elefant kühlt sich ab am Wasserloch Kalkheuwel, Etosha Nationalpark
Elefant kühlt sich ab am Wasserloch Kalkheuwel, Etosha Nationalpark

Zurück auf dem Hauptweg begegnen mir nach ca. 30 Minuten Fahrt dann wieder zwei Elefanten, die sich direkt neben der Straße einen kleinen Snack genehmigen.

Zwei Elefanten streifen durch die Savannenlandschaft, Etosha Nationalpark

Mir gelingen ein paar nette Nahaufnahmen:

Nahaufnahme eines fressenden Elefanten, Etosha Nationalpark
Nahaufnahme eines fressenden Elefanten, Etosha Nationalpark
Nahaufnahme eines fressenden Elefanten, Etosha Nationalpark
Nahaufnahme eines fressenden Elefanten, Etosha Nationalpark

Nach dem üppigen Mahl überqueren die Elefanten die Straße. Erst einer,…

Vollgefressene Elefanten überqueren die Hauptstraße, Etosha Nationalpark

dann noch einer,…

Vollgefressene Elefanten überqueren die Hauptstraße, Etosha Nationalpark

dann der dritte:

Vollgefressene Elefanten überqueren die Hauptstraße, Etosha Nationalpark
Vollgefressene Elefanten überqueren die Hauptstraße, Etosha Nationalpark
Vollgefressene Elefanten überqueren die Hauptstraße, Etosha Nationalpark

Gegen 17 Uhr bin ich am Wasserloch von Halali, da ich den Sonnenuntergang fotographieren wollte und eine Großkatze in der Dämmerung trinken zu sehen hoffe, so wie gestern. In einem Baum sitzt ein Rotschnabeltoko.

Toko im Baum am Moringa-Wasserloch in Halali, Etosha Nationalpark

Der Sonnenuntergang ist allerdings nicht so spektakulär und das Wasserloch ist bis auf ein paar Perlhühner verwaist.

Sonnenuntergang am Moringa-Wasserloch, Etosha Nationalpark

Nach einer Stunde des Wartens knurrt mein Magen zu sehr, also gehe ich ins Restaurant und esse etwas. Dabei treffe ich die netten Australier wieder, die ich in Swakopmund kennengelernt habe. Nachdem ich fertig gegessen habe, frage ich die beiden, ob ich mich zu ihnen setzen darf und sie gestatten es mir. Wir reden über unsere Erfahrungen, trinken zusammen ein Bier und gehen dann gemeinsam zum Wasserloch zurück. Als wir um 21 Uhr dort eintreffen, ist es immer noch recht voll und wir haben wir „Nashorn-Glück“.

Nashorn am beleuchteten Wasserloch Moringa, Etosha Nationalpark

Knapp 30 Minuten später traut sich ein Kappfuchs ans Wasserloch.

Kappfuchs am beleuchteten Wasserloch Moringa, Etosha Nationalpark

Der schlaue Fuchs hat genau das Zeitfenster zwischen dem Nashorn und einer Elefantengruppe ausgenutzt, die ca. 5 Minuten nach dem Kappfuchs eintrifft.

Elefantenherde am beleuchteten Wasserloch Moringa, Etosha Nationalpark

Nach 20 Minuten verabschieden sich die Elefanten und es tauchen noch zwei Schakale auf.

Zwei Schakale am beleuchteten Wasserloch Moringa, Etosha Nationalpark

Sie bleiben allerdings die letzten Tiere, da ich mich dann gegen 22 Uhr von den Australiern verabschiede und ins Bett gehe. Das ist meine letzte Übernachtung in Halali, morgen geht’s nach Okaukuejo.

Alle Bilder zu diesem Post in der Fotogalerie: Tag 20: Etosha

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