Mondlandschaft und Etosha

Heute heißt es also Abschiednehmen vom liebgewonnen Swakopmund und Veronika’s B&B, es geht 600 km nordostwärts in einem Rutsch nach Halali im Etosha Nationalpark. Mit einer Mischung aus Vorfreude auf wilde Tiere und Bedauern, diesen Ort verlassen zu müssen, lasse ich mich zum letzten Mal zum Frühstück nieder und esse ein letztes Mal die leckeren, von Nicole gemachten Rühreier mit Speck. Es schmeckt mal wieder alles sehr gut und schweren Herzens erhebe ich mich, um Lebewohl zu sagen. Danach belade ich mein Auto, stecke mein iPad ans Autoradio und fahre zu Rockmusik zurück ins Landesinnere.

Langsam entschwinden die eher traurigen Gedanken und die Vorfreude auf das Highlight meines Urlaubs wächst und wächst mit jedem Kiloemeter Asphalt, den mein treues Auto hinter mir lässt. Die erste Teilstrecke hatte ich ja am Vortag schon befahren und dabei war mir schon das Schild aufgefallen, das auf die D-Straße hinweist, die zur Mondlandschaft führt. Ich fahre gerade wieder an diesem Schild vorbei und in meinem Kopf beginnt wieder dieses Spiel zwischen Mr. Neugier und Mr. Vernunft. Mr. Neugier meint gerade zu mir: „Du verpasst was, wenn Du jetzt einfach ohne anzuhalten weiterfährst!“, worauf hin Mr. Vernunft sagt: „Du hast noch knapp 570 km vor Dir und es ist schon 8:00 Uhr. Wenn Du jetzt hier reinfährst, kommst Du bestimmt nicht vor Sonnenuntergang im Halali Camp an!“. Mr. Vernunft siegt, vor erst. Doch Mr. Neugier wäre nicht Mr. Neugier, wenn er es nicht weiter versuchen würde. „Ach komm schon, Du hast schon den Welwitschia Drive nicht gemacht, fahr wenigstens in die Mondlandschaft und mache ein paar Bilder!“. Ich sage zu Mr. Vernunft: „Das müsste doch gehen, oder?“, aber er entgegnet: „Nein, die Abbiegung ist doch schon 10 Minuten vorbei, heißt 10 Minuten zurück, 30 Minuten da rein, 30 raus und wieder 10 Minuten. Das ist über eine Stunde Umweg!“. Ich rechne kurz nach und muss zugeben, dass er recht hat. „Lass Dich davon nicht unterkriegen, kommen wir halt um 16 Uhr an statt um 15 Uhr. So schlimm ist das doch nicht!“, erwidert Mr. Neugier. „Aber wenn etwas schief gehen sollte, was dann?“, bemerkt Mr. Vernunft. „Ach, es wird schon nichts passieren, es ist doch bisher alles gut gegangen! Wieso sollte sich das ändern?“, fragt Mr. Neugier. „Stimmt!“, sage ich zu mir und beende mit einem U-Turn die Diskussion.

12 Minuten später erreiche ich die Abbiegung zur D1991 und fahre ohne wirklichen Plan, wo ich hin muss, die Gravelroad entlang. Dann schlägt – wie so oft – das Schicksal wieder zu. Überall an der Straße stehen Schilder, die auf den Drehort von Mad Max 4 hinweisen, sodass ich weiß, dass es nicht mehr weit sein kann. Ich halte nach dem Schild „Mainset“ an und fahre nicht rechts, wie ausgewiesen, sondern geradeaus und parke mein Auto. Ich erklimme eine kleine Anhöhe und mir eröffnet sich ein Blick auf eine sehr irreale Landschaft.

Panaroma von der Mondlandschaft nahe Swakopmund

Ich kann mir gut vorstellen, wie gut diese Landschaft als Hintergrund für eine postapokalyptische Geschichte wirkt.

Großes Panaroma von der Mondlandschaft nahe Swakopmund

Einfach faszinierend, was für unterschiedliche Landschaften sich über die Jahrmillionen gebildet haben. Diese karge, schroffe Schönheit beeindruckt mich tief.

Panaroma von der Mondlandschaft nahe Swakopmund

Als ich noch den Gedanke denke, dass sich das auch für diesen kurzen Moment gelohnt hat, sehe ich zurück auf die Stelle, wo mein Auto steht und merke erst jetzt, wie toll auch das aussieht.

Panaroma von der Mondlandschaft nahe Swakopmund

In der Hoffnung, dass mir noch etwas entgangen war, fällt mein Blick nach rechts und ich sehe erst jetzt, dass ich von der Fotostelle von vorhin einen guten Blick auf das Drehgelände habe. Ich wollte erst eigentlich keine Bilder machen, aber da meldet sich Mr. Paparazzo: „Foto, jetzt!“. Ich gehorche, leider.

Set von Mad Max 4 in der Mondlandschaft nahe Swakopmund
Nahaufnahme des Sets von Mad Max 4 in der Mondlandschaft nahe Swakopmund

Am linken Rand erkenne ich das Vehikel von gestern wieder:

Nahaufnahme des Sets von Mad Max 4 in der Mondlandschaft nahe Swakopmund

Ich nehme mir vor, nie wieder auf Mr. Paparazzo zu hören. Ist das eigentlich normal, diese Stimmen im Kopf zu hören, denke ich gerade, als sich Mr. Vernunft meldet: „Ins Auto, sofort!“. Er klingt verdächtig nach Mr. Paparazzo, ich muss schumzeln und gehe zum Auto. Nach gut 20 Minuten bin ich wieder auf der B2 Richtung Nordost. Knapp 60 Minuten später sehe ich den vertrauten Anblick der Spitzkoppe und denke mir, dass der Berg aus der Entfernung präganter aussieht, als wenn man direkt davor steht. Ein Vergleich zum „Scheinriesen“ aus Jim Knopf fällt mir ein und ich muss wieder schmuzeln. Die eigenen Witze sind doch die Witzigsten!

Leider ist es die ganze Fahrt über recht diesig, sodass schöne Landschaftsaufnahmen von der sich doch hin und wieder ändernden Landschaft nicht gelingen wollen. Erst am Erongo-Gebirge ist es wieder sehr klar, das ich nach einer weiteren Stunde erreiche. Ich steige aus und mache eine Aufnahme von diesen schönen Bergen.

Panorama des Eronogo Gebirges

Die letzten Tage in Swakopmund waren recht kühl, hier im Landesinneren wird es von Kilometer zu Kilometer heißer und heißer. Ich kann mir mittlerweile vorstellen, dass es in Etosha knochentrocken sein muss, hatte ich doch gestern noch etwas von Großfeuern im Nationalpark gelesen. Ich lasse Ort wie Omararu oder Kalkfeld hinter mir und als ich an der Abbiegung zur M63 vorbei fahre, fällt mir Erwins Tipp von vorgestern ein, ich solle die Straße langfahren, anstatt die C33 nach Otjiwarongo. Ich reagiere aber nicht und drehe auch nicht um, ich habe eigentlich nur noch ein Ziel: Tanken in Otjiwarongo. Es ist mittlerweile 13 Uhr und ich habe langsam Hunger. Als ich an die Kreuzung B1/C33 komme, entscheide ich mich aber spontan, in Outjo zu tanken und biege links auf die B1. In Outjo wird schnell getankt und eine Kleinigkeit zu essen gekauft. Weiter geht’s Richtung Etosha, ich komme gegen 14:30 am Anderson Gate an und bin irgendwie froh, dass es trotz des Umwegs so früh geklappt hat.

Anderson Gate, Eingang zum Etosha Nationalpark

Ich hole mir mein Permit und steige dann wieder ein, um nach Okakuejo zu fahren, wo ich Eintrittsgebühren zahlen muss, da man die in Halali nicht bezahlen kann. Und dann endlich meine ersten Zebras!

Meine ersten Zebras in der Nähe des Anderson Gates, Etosha Nationalpark

Der Boden ist noch schwarz von Bränden, das Kleine weiß vielleicht noch nicht, dass das sein weißes „Kleid“ dreckig macht 😀 !

Zebrajunges und -mutter im kargen Schatten, Etosha

Nach diesen ersten Erlebnissen geht mir schon das Herz auf und ich freue mich, was da noch kommen mag. Kurz vor Okakuejo (den Turm sieht man ja schon) sehe ich einen buchstäblichen Zebrastreifen und reibe mir verdutzt die Augen:

Zebras überqueren die Straße kurz vor Okaukuejo, Etosha
Zebras überqueren die Straße kurz vor Okaukuejo, Etosha

Am Schalter für die Parkgebühren ist eine kleine Schlange, also muss ich warten, bis ich bezahlen kann. Ich komme an die Reihe, bezahle und klettere zügig wieder ins Auto, denn ich möchte ich noch mehr Tiere sehen. Es geht vorbei an merkwürdigen Schilder…

Warnhinweis im Etosha Nationalpark

und merkwürdigen Nestern. (Kann jemand erkennen, was für ein Geier das sein könnte?)

Geier sitzt in seinem Nest in der Nähe von Okaukuejoe, Etosha Nationalpark

Ich bin ziemlich geflasht, wie nah man den Tieren kommen kann, ohne dass sie flüchten.

Zebramutter und ihr Junges, Etosha
Zebras in Etosha

Dann fahre ich weiter und schon wieder sehe ich Bewegung am Horizont. Ich kann’s kaum fassen, noch nicht mal eine ganze Stunde im Park und schon sehe ich meinen ersten Elefanten. Direkt zu meiner Linken führt ein kleiner Weg genau in die Richtung des Elefanten.

Elefant vor der Salzpfanne, Etosha

Er ist allerdings noch recht weit weg, so komme ich dazu, den Zoom meiner Kamera auch in Etosha einem Praxistest zu unterziehen.

Nahaufnahme eines Elefanten vor der Etosha-Salzpfanne

Ich fahre zurück auf den Hauptweg und sehe plötzlich, dass es eigentlich zwei Elefanten sind.

Zwei Elefanten auf dem Weg nach Süden, Etosha

Ich entscheide mich aber dagegen, auf sie zu warten, obwohl absehbar ist, dass die beiden Kolosse irgendwann die Straße queren würden. Stattdessen überquert ein einsames Gnu die Straße:

Gnu überquert die Hauptstraße, Etosha

Ich bin weder der einzige, der wartet, noch der einzige, der fotographiert:

Gnu überquert die Hauptstraße, Etosha

Obwohl ich schon viele Oryxe gesehen habe, sind das meine ersten in Etosha, also stehenbleiben und Foto machen.

Oryx-Antilopen im Etosha Nationalpark

Immer wieder fahren Fahrzeuge an mir vorbei, da ich sehr langsam fahre und fast bei jedem Tier anhalte, das ich sehe. Die Herden werden immer größer und meine Bewunderung für den Nationalpark wächst äquivalent dazu.

Springböcke und Oryxe im Etosha Nationalpark

Die schiere Anzahl der Tier beeindruckt mich tief und ruft Bilder aus den Tierfilmen meiner Kindheit und Jugendzeit in mir hervor.

Gruppe Zebras im Etosha Nationalpark
Kleines Panorama von einer Zebragruppe, Etosha Nationalpark

Und immer wieder diese Nähe zu den Tieren ist echt der Hammer, bei den meisten Bilder brauche ich nicht mal den Zoom.

Nahaufnahme einer Oryx-Antilope im Etosha Nationalpark

Obwohl es schon 16 Uhr ist, zeigt der Thermostat immer 35 Grad und die Sonne brennt. Ich habe eine Klimaanlage, die Tiere draußen nur Schatten.

Springböcke im Schatten eines Baumes, Etosha Nationalpark

Die Springböcke drängen sich dicht an dicht, einfach nur knuffig anzuschauen.

Nahaufnahme von Springböcken im Schatten eines Baumes, Etosha Nationalpark

Dann bleibt mir fast das Herz stehen, ich glaube, am Horizont bei den Bäumen eine Giraffe gesehen zu haben und ich täusche mich nicht. Meine erste Giraffe, ich bin überglücklich. (Ich sehe die zweite, etwas geduckte Giraffe erst später!)

Meine ersten Giraffen hinter Bäumen im Etosha Nationalpark

Dann sehe ich noch einen zweiten Hals und bin doppelt glücklich.

Meine ersten Giraffen hinter Bäumen im Etosha Nationalpark

Diese Giraffe hat mich dann wohl auch gesehen:

Diese Giraffen hat mich wohl auch gesehen, Etosha Nationalpark

Dann läuft eine Gackel-Trappe direkt neben der Straße:

Trappe im Etosha Nationalpark

Die Salzpfanne sieht genauso abweisend und öde aus, wie ich es mir vorgestellt habe und in unzähligen Filmen bereits gesehen habe. Aber den Straußen scheint das nicht so viel auszumachen.

Strauße laufen in der Salzpfanne des Etosha Nationalparks

Immer wieder bewegt sich etwas beim Vorbeifahren, ich bin schon ganz kirre vom 270 Grad-Schauen, als sich eine weitere Trappe zeigt:

Trappe im Etosha Nationalpark

Nach weiteren 15 Minuten steht wieder eine Giraffe direkt neben der Straße. Ich bleibe stehen und mache Fotos.

Giraffe schaut mich an, Etosha Nationalpark

Nach einer kurzen Zeit spielt die Giraffe mit mir „Verstecken“:

Giraffe spielt mit mir Verstecken, Etosha Nationalpark

Ja, ich bin noch da!

»Ja, ich bin noch da«, will ich der Giraffe zurufen, Etosha Nationalpark

Schon erstaunlich, wie gut Giraffen sich selbst hinter den Grautönen der blätterlosen Mopane-Bäume verstecken können. Hätte ich nicht erwartet. Immer wieder fahren Autos an mir vorbei, ohne bei den Giraffen anzuhalten. Ich verstehe das irgendwie nicht, da rennen diese riesigen Tiere direkt neben einem rum und niemand hält an und fotographiert sie. Während dieser Gedanke noch durch mein Gehirn zuckt, habe ich langsam eine Ahnung, wieso das so ist. Da steht wieder eine Giraffe auf der Straße und frisst.

Giraffe frisst, während sie auf der Straße steht, Etosha Nationalpark

Als ich mich langsam nähere, entschließt sich die Giraffe, auf die andere Straßeseite zu laufen.

Giraffe überquert die Hauptstraße im Etosha Nationalpark
Giraffe überquert die Hauptstraße im Etosha Nationalpark
Giraffe überquert die Hauptstraße im Etosha Nationalpark

Ich fahre ein kleines Stück weiter und sehe einen Sekretärvogel im halbhohen Gras.

Sekretärvogel im Etosha Nationalpark

Ich entschließe mich, nur noch für „neue Tiersichtungen“ und Elefanten anzuhalten, da es schon 17 Uhr ist und ich nicht genau weiß, bis wann ich einchecken muss. Kurze Zeit später erblicke ich einen einsamen Elefanten in der Nähe der Pfanne.

Elefant vor der Salzpfanne, Etosha Nationalpark

Eine Riesentrappe trabt durch das Grasland.

Riesentrappe in Graslandschaft vor Salzpfanne, Etosha Nationalpark

Eine Kleingruppe von zwei Elefanten bahnt sich ebenfalls durchs Gras.

Elefant läuft in meine Richtung, Etosha Nationalpark
Elefant läuft in meine Richtung, Etosha Nationalpark
Zwei Elefanten nähern sich, Etosha Nationalpark

Nach nur weiteren 5 Minuten liegt auf einmal eine Tüpfelhyäne ganz faul neben der Straße. Als ich anhalte, schaut er kurz hoch, sieht mich und meine Kamera und senkt den Kopf wieder.

Hyäne liegt direkt neben der Straße, Etosha Nationalpark

Wenn sie schonmal so dicht liegt, schaue ich sie mir auch mal ganz nah an.

Nahaufnahme der neben der Straße liegenden Hyäne, Etosha Nationalpark

Als ich losfahren will, bewegt sich direkt rechts neben mir etwas. Ich erschrecke mich tierisch (wie passend!), denn da liegt noch eine Hyäne auf der anderen Straßenseite.

Tüpfelhyäne im Gras neben der Straße, Etosha Nationalpark

Die Hyäne hat sich wohl auch ziemlich erschreckt, steht auf und erst jetzt merke ich, dass das Autofenster auf der Fahrerseite offen war, die Hyäne mich also hätte attackieren können. Ich mache vorsichtshalber beide Fenster zu, sehe dann aber, dass die Hyäne verschwindet.

Aufgeschreckte Hyäne schaut sich nochmal um, Etosha Nationalpark

Habe ich nicht bei „Die Götter müssen verrückt sein, Teil 2“ gelernt, dass Hyänen nichts angreifen, was größer als sie selbst sind? Ich schmunzel kurz über meine Schrecksekunde und mein Adrenalinspiegel senkt sich wieder. Ich fahre weiter, aber als ein junges Zebra direkt neben der Straße liegt, kann ich nicht anders und muss es fotographieren.

Zebrajunges liegt direkt neben der Straße, Etosha Nationalpark

Ist das nicht süß?

Nahaufnahme des neben der Straße liegenden Zebras, Etosha Nationalpark

In einem Bau direkt neben der Straße sitzt ein großer Greifvogel. (Weiß jemand, was das für ein Vogel ist?)

Greifvogel sitzt in einem Baum neben der Straße, Etosha Nationalpark

Ich erreiche endlich die Abzweigung Richtung Halali. Aber was sehen meine Augen denn da? Vier Elefanten trinken aus einem unscheinbaren Wasserloch direkt neben der Straße. Ich sehe auf die Uhr, es ist 17:30 und es sind noch 9 km laut Karte. Ich entscheide mich, noch etwas länger bei den Elefanten zu bleiben…

Elefanten bei einem kleinen Wasserloch an der Abzweigung zum Halali Camp, Etosha Nationalpark

und ihnen beim Trinken zuzusehen.

Nahaufnahme der Elefanten am kleinen Wasserloch an der Kreuzung zu Halali, Etosha Nationalpark
Trinkende Elefanten am kleinen Wasserloch an der Kreuzung zu Halali, Etosha Nationalpark

Nach 10 Minuten breche ich dann aber auf, um im Halali Camp einzuchecken. Auf der Fahrt zum Camp wird die Straße doch merklich schlechter, aber ich komme dennoch ganz gut voran. Ich parke erstmal vor der Rezeption. Glücklicherweise ist die Schlange nicht sehr lang und die Erklärungen, wo mein Zimmer ist, wo das Restaurant und vor allem wo das Wasserloch ist, dauern nicht so lang. Ich parke mein Auto vor meinem Zimmer, packe meine Sache rein und freue mich danach, etwas essen zu gehen. Ich gehe ins Restaurant und genieße das Buffet, da ich einen Riesenhunger habe. Frisch gestärkt mache ich mich auf die Suche nach dem Wasserloch, was ich nicht direkt finde. Ich frage jemanden und er erklärt es mir geduldig. Dieses Mal finde ich es und bin von der Stimmung direkt gefangen. Diese Ruhe trotz recht vieler Besucher. Mein Blick fällt erst jetzt auf das Wasserloch an sich und ich kann meinen Augen kaum trauen. Da stehen zwei Spitzmaul-Nashörner in voller Pracht.

Nashorn am beleuchteten Wasserloch Moringa vom Halali Camp
Nashorn am beleuchteten Wasserloch Moringa vom Halali Camp

Nach 10 Minuten kommt noch drittes hinzu und alle drei beäugen sich. Sie stellen sich in möglichst weitem Abstand von einander an die Wasserstelle und trinken.

Drei Nashörner am beleuchteten Wasserloch Moringa vom Halali Camp

Dann nehmen sie untereinander Kontakt zueinander auf.

Nahaufnahme der Nashörner am beleuchteten Wasserloch Moringa vom Halali Camp

Ab und an knallt es auch zwischen den einzelnen Tieren. Scheinen recht aggro zu sein.

Zwei Nashörner kämpfen am beleuchteten Wasserloch Moringa vom Halali Camp

Und manchmal sieht es eher versöhnlich aus.

Zwei Nashörner beschnuppern sich am beleuchteten Wasserloch Moringa vom Halali Camp

Und dann kam noch ein weiteres hinzu, sodass es jetzt insgesamt vier Nashörner sind. Ich kann’s wirklich gar nicht glauben, dass ich in diesen Genuss kommen darf.

Vier Nashörner am beleuchteten Wasserloch Moringa vom Halali Camp

Und dann wird es irgendwann sogar laut, allerdings nicht die Menschen, sondern die beiden Nashörner fauchen sich ziemlich an.

Zwei Nashörner fauchen sich am beleuchteten Wasserloch Moringa vom Halali Camp an

Ich knipse um 20:16 mein letztes Foto, und genieße noch 30 Minuten diesen Anblick. Nach und nach verschwinden alle vier Nashörner im Dickicht und der Nacht. Ich warte noch weitere 5 Minuten und entschließe mich dann nach einem langen, anstregenden, aber wirklich sehr erfüllenden und erfüllten Tag ins Bett zu gehen. Als ich auf meinem Bett die unscharfen und schlechten Bilder aussortiere, kann ich mein Glück kaum fassen, wie viele Tiere ich schon gesehen habe und das, nur der Hauptstraße entlang und ohne die Wasserlöcher angefahren zu sein. Ich wollte heute unbedingt Zebras und Giraffen fotographieren. Ich dachte irgendwie nicht, dass es so leicht sein würde, zumindest nicht bei Giraffen. Voller Glücksgefühle schlafe ich ein.

Alle Bilder zu diesem Post in der Fotogalerie: Tag 18: Etosha

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