Swakopmund und Spitzkoppe

Nach den beiden Touren der letzten Tage, an denen ich das Rumgefahrenwerden sehr genossen habe und das Auto nun volle 3 Tage so gut wie nicht bewegt worden ist, freue mich dann doch mal wieder auf eine kleine Tour. Zwar graut es mir schon etwas vor den knapp 600 km, die ich bis Etosha an einem Stück fahren werde, aber am heutigen Tag steht erstmal die Fahrt zur Spitzkoppe auf dem Programm. Ich mag es irgendwie nicht, Wege zeimal zu fahren, aber die Gäste vom Vortag und ich habe auf Nicoles Tipp gehört: Sie meinte, die Landschaft rund um die Spitzkoppe wäre ihre Lieblingswandergegend und so mache ich mich nach dem Frühstück auf den ca. 150 km langen Weg.

Die Fahrt auf dem Asphalt ist bei weitem nicht so anstrengend wie auf den Gravelroads des Südens (Gott, das klingt wie aus „Herr der Ringe“ 😀 !). Meine schlechten Gefühle für die morgige lange Fahrt zerstreuen sich, als sich nach knapp 2 Stunden Fahrt zum ersten Mal die Spitzkoppe am Horizont abzeichnet.

Spitzkoppe aus der Ferne

Ich folge den Anweisungen des Lonely Planets und fahre an der Spitzkoppe erstmal vorbei, um dann von der B2 auf die D1918 und dann sofort auf die D1930 Richtung Norden zu fahren. Ich verstehe erst jetzt, dass mich dieser Weg von Norden her zu Spitzkoppe führt. Obwohl ich mich frage, wieso der Lonely Planet diesen etwas längeren Weg vorschlägt, finde ich den Gedanken spannend, das Massiv von der anderen Seite zu sehen. Als ich dann auf die D3716 Richtung Süden abbiege, sehe ich dann irgendwann die Spitzkoppe auftauchen, aber quasi spiegelverkehrt.

Panorama der Spitzkoppe von der Nordseite

Knapp 20 Minuten später erreiche ich dann den Eingang und kaufe mir einen Permit, allerdings mit der Überraschung, dass der Aufstieg zum Bushmans Paradise extra kostet. Das steht weder im Lonley Planet noch hatte mich irgendwer davor gewarnt. Obwohl ich eine Abzocke wittere, bezahle ich die Extrakosten. Daraufhin überreicht mir ein netter Angestellter des Parks eine Karte, in die die Verbindungsstraßen und Wanderwege eingezeichnet sind. Er erzählt mir etwas über den Park an sich und über die Highlights, die ich mir ansehen sollte. Während er mir diese Sachen erzählt, fährt ein Auto aus dem Park und ich erkenne das nette deutsche Päarchen, was ich im Weltevrede kennengelernt habe. Wir unterhalten uns ca. 5 Minuten und dann müssen sie schon weiter, da sie wohl einen vollgepackten Tag vor sich haben. Wir verabschieden uns voneinander und ich fahre in den Park ein.

Zunächst geht’s zum Bushmans Paradise, wo man an einem Drahtseil eine recht steile Wand erklimmen muss. Als ich auf den Parkplatz fahre, das Auto parke und dann meine Wanderschuhe anziehe, hält neben mir ein Auto, das ich schon vor Veronika’s gesehen habe. Es ist das nette Päarchen aus Bayern und wir grüßen uns. Unabgesprochen treffen wir uns also wieder und beschließen, den Hügel gemeinsam anzugehen. Da müssen wir also hoch:

Aufstieg zum Bushman's Paradise, Spitzkoppe

Der Aufstieg ist schon ziemlich anstrengend, obwohl nicht besonders lang, aber er dauert zum Glück nicht allzu lange. Oben angekommen bietet sich ein schöner Anblick auf ein kleines Hochplateau.

Baumbewachsene Ebene im Bushman's Paradise, Spitzkoppe

Am Ende des kleinen Plateaus fällt das Gelände um ca. 20 Meter recht steil ab und es schließt sich ein weiteres, viel größeres Plateau an.

Weitere, etwas tiefer gelegene Ebene im Bushman's Paradise, Spitzkoppe

Bei dem Anblick kann man sich schon vorstellen, wieso diese Plateaus als Paradies bezeichnet werden. Die Bäume scheinen fruchtbar zu sein, das Gelände ist sehr geschützt. Hier kann man sich bestimmt wohl fühlen. Wir begeben uns auf die Suche nach den Zeichnungen, die es hier geben soll und wir finden sie schließlich in diesem Felsüberhang:

Panoramaaufnahme einer Höhle im Bushman's Paradise

Wir sehen Zeichnungen von Nashörnern,…

Steinmalereien im Bushman's Paradise, Spitzekoppe

aber auch Vandalen, die sich hier verewigen mussten:

Steinmalereien im Bushman's Paradise, Spitzekoppe

Wir wurden gebeten, kein Blitzlicht zu benutzen und wir halten uns natürlich daran.

Steinmalereien im Bushman's Paradise, Spitzekoppe

Wir klettern weiter zum weiter hinten gelegenen Plateau und der Ausblick von unserer erhöhten Stellung ist wirklich paradiesisch.

Weitere, etwas tiefer gelegene Ebene im Bushman's Paradise, Spitzkoppe

Wir entscheiden uns dagegen, dort hinabzusteigen und steigen stattdessen ganz runter und fahren zu der Rockbridge. Auf dem Weg dorthin hat man einen ganz tollen weil nahen Blick auf die Spitzkoppe…

Großaufnahme der Spitzkoppe

und die Pontok Mountains.

Großaufnahme der Pontok Mountains, Spitzkoppe

Wir stellen unsere Autos auf einem der Parkplätze ab, finden aber diese Brücke aus Stein nicht auf Anhieb. Stattdessen finden wir einen Schuh aus Stein:

Ein Felsen wie ein Stiefel geformt, Spitzkoppe

Wir sind wohl daran vorbei gelaufen, also gehen wir wieder zurück und sehen die Brücke dann doch. Also fangen wir etwas an zu klettern und nach 5 Minuten sind wir endlich da.

Natürliche Brücke, Spitzkoppe

Vor uns sind 2 andere Reisende dort hinaufgeklettert und die beiden steigen gerade durch die Brücke durch auf die andere Seite. Ich entschließe mich, den beiden zu folgen und entdecke dann ein tolles Motiv.

Spitzkoppe und Pontoks von unter der natürlichen Brücke aus

Dann drücke ich den Bayern meine Kamera in die Hand und bitte sie, mich unter dem Bogen zu fotographieren.

Ich in der natürlichen Brücke, Spitzkoppe

Danach kehren wir zu unseren Autos zurück und rauchen gemeinsam eine letzte Zigarette (ich paffe natürlich nur!). Die beiden wollten jetzt zum Brandberg und ich beneide sie etwas, dass sie jetzt noch diese Zwischenstation machen. Allerdings fahren sie danach noch weiter nach Norden und erst am 29. nach Etosha, da werde ich trotz meiner 5 Übernachtungen dort schon nicht mehr sein. Es heißt also Lebewohl sagen und irgendwie werde ich diesen Kennenlern- und Abschiedsorgien langsam überdrüssig. Nun ja, das ist wohl wieder einer der Nachteile des Alleinereisens. Man lernt zwar schneller Menschen kennen, man muss sich aber auch dauernd von mehr oder weniger liebgewonnenen Menschen verabschieden.

Ich mache mich also wieder auf den Weg zurück nach Swakopmund und komme dort am frühen Nachmittag an. Ich entscheide mich, von Swakopmund Abschied zu nehmen und die Stadt endlich zu fotographieren. Ich gehe zunächst zum Strand vor dem Veronkia’s, die Lage des B&B ist wirklich fantastisch. Der Strand ist schön und ziemlich lang und man kann sich vorstellen, wie toll es hier im Sommer sein kann, wenn das Wetter mitspielt.

Panorama vom Strand vor dem Veronika B

Die Strandpromenade mit Blick auf Vinetta und Hage Heights:

Panorama der Uferpromenade der Strandstraße, Swakopmund

Dann fahre ich in die Stadt, parke mein Auto und suche ein paar Paar Motive. Ich finde das alte Amtsgericht,…

Altes Amtsgericht in Swakopmund

das alte Rathaus,…

Altes Rathaus von Swakopmund

das Brauhaus,…

Brauhaus in der Fußgängerzone von Swakopmund

und natürlich den Leuchtturm.

Nahaufnahme des Leuchtturms von Swakopmund

Alles in allem habe ich mich in Swakopmund sehr wohl gefühlt und werde morgen nur sehr widerwillig aufbrechen. Ich fahre zurück ins Veronika’s, wo ich Nicole noch bitte, einen Voucher für die Unterkunft in Etosha auszudrucken. Sie sagt, es wäre kein Problem und kommt einer weiteren Bitte nach, nämlich der Rechnung für die 5 Übernachtungen. Ich möchte morgen recht früh los, damit ich Etosha möglichst früh erreiche und hoffentlich noch ein paar Tiere sehen werde. Nachdem alle Formalitäten erledigt sind, ziehe ich nochmal los, um mir etwas zu essen zu besorgen. Heute habe ich keine große Lust auf ein Restaurant und beschließe zu KFC zu gehen. Ich esse dann recht schnell im Laden und fahre dann wieder zurück ins B&B. Nach dem abendlichen Sortieren der am Tag aufgenommenen Fotos schlafe ich zum letzten Mal in Swakopmund ein. Morgen geht’s also auf nach Etosha, dem geplanten Highlight meines Tripps.

Alle Bilder zu diesem Post in der Fotogalerie: Tag 17: Spitzkoppe

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