Windhoek, Tag 1

Ich habe eigentlich ganz gut geschlafen, dafür dass ich schon etwas nervös bin, darauf hoffend, Laura wiederzusehen. Ich gehe zum Frühstück und treffe auf eine recht große Gruppe deutschsprachiger Reisender. Ich lasse mir das Essen schmecken, was im Tamboti nicht wirklich schwer ist. Das Frühstück ist gewohnt gut und der Kaffee frisch und lecker. Es stellt sich heraus, dass die eine große Gruppe eigentlich zwei Gruppen á 2 Paaren sind. Am Schluss des Essens fotografiere ich auf Bitten der Gruppenmitglieder alle mit einigen Kameras. Ich schreibe noch eine SMS an Laura mit einem schönen morgendlichen Gruß und warte gespannt auf eine Antwort. Als die aber erstmal nicht kommt, kümmere ich mich um die neue Bleibe, da ich ja heute das Zimmer verlassen muss.

Ich rufe bei einigen Backpackern an, aber die sind leider alle ausgebucht. Ich will die nächsten 3 Tagen natürlich möglichst günstig wohnen, da der Urlaub bis hier her schon recht teuer war. Die Auswahl ist aber in Windhoek recht groß, sodass ich schließlich im Haus OL-GA bei Frau Oldach unterkomme. Ich checke also aus, bezahle meine Rechnung und fahre in die Bachstraße. Frau Oldach begrüßt mich sehr herzlich und zeigt mir das Zimmer, was die nächsten 3 Tage meine Bleibe sein wird. Es ist sehr einfach, aber völlig in Ordnung. Ich schaue auf mein Handy, leider immer noch keine SMS von Laura. Ich setze mich erstmal in den Garten und rede etwas mit Frau Oldach. Sie ist etwas schrullig, aber wirklich eine herzallerliebste ältere Dame, die anscheinend schon viel hier in Namibia erlebt hat. Als ich ein erstes Hungergefühl verspüre, gehe ich zurück ins Zimmer und versuche, Laura anzurufen. Sie geht nicht ans Telefon.

Ich beschließe, in der Stadt etwas essen zu gehen. Da ich an meinem ersten Tag hier gute Erfahrungen mit einem Resturant auf der Independece Avenue gemacht habe, gehe ich wieder dorthin. Dieses Mal ist das Essen allerdings leider nicht so gut und ich verfluche mich, dass ich solchen Momenten einfach zu lieb (oder zu blöd!) für diese Welt bin. Ich quäle mich durch das sehnige Fleisch und durch die schlimmen Zwiebelringe, auch der Milchshake ist ziemlich unterirdisch. Ich bezahle dennoch und schlendere noch etwas durch die Stadt. Dann steige ich ins Auto und fahre zurück ins Haus OL-GA. Ich setze mich wieder in den schönen Garten und relaxe etwas in der Sonne. Frau Oldach kommt in den Garten und sagt mir, dass sie jetzt einen Gast in der Stadt abholen muss. Sie sagt mir, dass es sich dabei um eine junge, nette Deutsche handeln würde, die hier ein Praktikum bei einer Behörde machen würde.

Eine Stunde später fährt Frau Oldach vor, ich habe leider immer noch nichts von Laura gehört und daher beschließe ich, den Abend hier zu verbringen. Ich begrüße die recht kleine, junge Brünette, die sich als Ira vorstellt. Sie wirkt sehr nett und ist auch recht hübsch. Ich finde es aber recht witzig, wie die „Chemie“ so tickt. Ich denke, wir waren uns auf Anhieb sympathisch, aber nur auf einer freundschaftlichen Ebene. Uns beiden (so vermute ich zumindest) war dies sofort klar. Wir unterhalten uns noch etwas und ich gehe dann erstmal wieder ins Zimmer und lege mich etwas hin. Etwas später gehe ich zu Ira und frage, ob sie Lust hat, auf ihrer Veranda ein Bier mit mir zu trinken, da aus der Verabredung mit Laura nichts geworden ist. Sie stimmt zu. Ich gehe in die Küche und bitte Frau Oldach, mir zwei Bier zu geben und frage sie, ob sie sich vielleicht noch dazu setzen möchte. Sie sagt, sie würde sich etwas später noch für eine kleine Weile dazu setzen.

Ira und ich sprechen zunächst über die unmittelbare Vergangenheit, also wie es schließlich dazu kam, dass wir uns heute kennengelernt haben. Sie erzählt mir, dass sie vorher in Kenya war, in Schottland studiert hat und vieles mehr. Wir verstehen uns ziemlich gut, ich erzähle ihr von mir und was ich so getrieben habe. Nach 3 weiteren Bieren haben wir die Vorräte von Frau Oldach ausgetrunken und wir gehen danach ins Bett, in getrennte versteht sich! Ich fand’s sehr nett von Ira, mir Gesellschaft geleistet zu haben und es war ein richtiger netter Abend.

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