Abu Dhabi

Der erste Morgen in den Emiraten ist äußerst laut. Kaum bin ich aufgestanden, fängt auf einmal eine Sirene an wie verrückt ein Notsignal abzugeben. Ich, noch etwas schlaftrunken, bin sehr verwirrt und pack mir mein Portemonaie und meinen Zimmerschlüssel und schau noch kurz in den Spiegel. Als ich aber die Tür öffne, teilt mir ein anderer Hotelbesucher mit, dass es sich um einen Fehlalarm handelte. Ich kehre also wieder in mein Zimmer zurück. Nach der Morgentoilette packe ich dann meinen Koffer und fahre mit dem Lift zur Lobby, um auszuchecken. Bezahlt, noch kurz nach einem Taxi gefragt, und schon stehe ich auf der Straße und es ist schon recht warm für 8 Uhr. Nach kurzem Warten fährt dann ein Taxi vor, es ist ein schwarzes. Davon habe ich gelesen, dass diese Teile wohl etwas teurer sind, mir war es aber jetzt egal. Ich steige ein und lasse mich zum Flughafenschalter vom Dubai Internation fahren, wo ich das erste von drei Mietfahrzeugen in Empfang nehmen will. 30 Minuten später frage ich beim Herausfahren aus dem Parkhaus den Mitarbeiter noch, wie ich nach Abu Dhabi komme. Er sagt mir, dass sich nach dem Ankunftsbereich des Flughafens die Straße teilt und ich mich rechts halten soll. Gesagt, getan und schon bin ich auf der Autobahn Richtung Abu Dhabi. Ein Fahrt durch Dubai ist schon recht beeindruckend, wenn sich rechts und links der Straße die hohen Gebäude in den Himmel kämpfen. Dennoch vermisse ich den unpolierten Charme Arabiens, den erwartet man hier wohl vergebens.

Die Fahrt ist ereignislos und ich erreiche ca. 1 Stunde später Abu Dhabi. Bevor ich ins Hotel fahre, entscheide ich mich, zunächst einmal der Corniche einen Besuch abzustatten. Die Straße macht einen Knick nach links und ich kann den ersten Anblick des Persichen Golfs genießen. Ich fahre bis zum Etihad Tower und mach dann einen U-Turn, um nun erstmal im Hotel einzuchecken. Ich finde das Hotel recht leicht, Einchecken ist bei dem indischen Englisch der Hotelangestellten anscheinend hier immer eine Herausforderung. Im zweiten Hotel treffe ich auf die zweite komplett indische Belegschaft. Ob das so weitergeht? Zimmer ist recht imposant, Koffer wohl deponiert, also wieder auf Erkundungstour. Ich springe wieder ins Auto und fahre wieder Richtung Corniche. Auch hier fahre ich wieder links rum und finde schließlich einen Parkplatz. Auf dem Strand angekommen, bietet sich folgender Anblick der Skyline Abu Dhabis.

Öffentlicher Strand vor Skyline Abu Dhabis

Die viele Hochhäuser machen sich schon sehr gut im Stadtbild und wirken auch nicht so übertrieben protzig wie die in Dubai. Als ich mich umdrehe, fällt mein Blick auf die Marina Mall und die Insel, auf der sie steht.

Blick vom öffentlichen Strand Abu Dhabis auf die Marina Mall

In den Nation Towers sind Wohnungen, Boutiquen, ein Beach Club und ein Hotel untergebracht. Die Türme sind so hoch, dass die Mittagssonne hinter den Türmen steht.

Nation Towers an der Corniche Abu Dhabis

Beim Blick vorbei an den Nation Towers erkenne ich, wie ein Hubschrauber seine Kreise dreht und irgendwie (keine Ahnung, auf welche Weise!) beim Bau des ADNOC-Headquarters hilft. ADNOC ist einer der weltweit größten Erdölproduzenten und besitzt ca. 90 % der Erdöl -und gasvorkommen des Landes. Der neue Firmensitz muss das wohl repräsentieren.

Hubschrauber hilft beim Bau des ADNOC Headquarters, im Hintergrund Etihad Towers

Ich gehe am Strand entlang und verspüre ein Hungergefühl. Ich finde einen Imbiss und bestelle mir etwas zu essen. Mein Platz am Strand ist auch schnell gefunden und ich esse genußvoll und schütte endlich wieder Flüssigkeit in meinen Körper. Nach der Sättigung fällt mein Blick auf den Fahnenmast mit der emiratischen Flagge. Schönes Farbspiel…

Flaggenmast mit emiratischer Flagge

Auf dem Rückweg wate ich durchs Wasser und in mir wächst der Drang, den restlichen Tag hier am Strand zu verbringen und etwas schwimmen zu gehen. Ich entschließe mich, ins Hotel zurückzufahren, mir Schimmzeug anzuziehen und den Rest des Tages am Strand zu verbringen. Ich mache mich also auf den Weg, aber meinen Augen entgeht ja recht wenig und ich sehe einen Fischreiher, der auf einer Steinmole sitzt.

Fischreiher sitzt auf Mole, im Hintergrund die Marina Mall

An der Corniche fällt mir aber dann wieder auf, wie protzig dieses Land mit seinem Reichtum umgeht. Selbst die Bushaltestellen sind hier klimatisiert.

Klimatisierte Bushaltestelle an der Corniche

Andererseits fahren hier so viele Autos, dass man den Leuten schon etwas bieten muss, wenn man sie vom öffentlichen Nahverkehr überzeugen will. Ein Blick auf die Corniche gibt diesem Gedanken in meinem Kopf recht.

Die Corniche Abu Dhabis in Höhe der Nation Towers mit Blick Richtung Osten

Ich komme ins Hotel und ziehe mich rasch um. Die Hotelangestellten schauen etwas irritiert, als ich nach 5 Minuten wieder das Hotel verlasse. Ich parke dieses Mal etwas weiter vorne an einem Basketballplatz, auf dem ausschließlich asiatisch stämmige Spieler spielen. Ich schaue ein paar Minuten zu und kann dem Drang, etwas Dummes auf Badelatschen zu machen, unterdrücken. Da die Corniche so breit ist, ist für Fußgänger eine Unterführung errichtet worden, die aber nichts mit dem europäischen Äquivalent zu tun hat.

Eine »ganz gewöhnliche« Fußgängerunterführung

Erfrischt von diesem Anblick auf der anderen Straßenseite angekommen, lege ich mich jetzt an den Strand. Als ich das erste Mal ins Wasser gehe, denke ich an Brunnen zurück, der mir wohl mehr Erfrischung gebracht hätte als dieses warme Wasser. Erst im etwas tieferen Wasser ist es angenehm kühl und erfrischend. Ich genieße den ganzen Nachmittag die Sonne und dsas Wasser.

Im Spätnachmittagslicht sieht die Skyline noch etwas imposanter aus als ohnehin schon.

Blick auf die Skyline Abu Dhabis im Nachmittagslicht

Ich kehre auf dem Weg ins Hotel in einen Imbiss ein und esse einen Burger und einem frischen Saft. Der Saft schmeckt absolut hervorragend, ein frisch zubereiteter Erdbeermilchshake. Auf dem Rückweg zum Hotel sehe ich im Vorbeifahren ein Shisha-Cafe drei Häuser von meinem Hotel entfernt. Damit ist der nächste Programmpunkt des Abends gesetzt, also Auto abgestellt, das Salzwasser abgeduscht, Abendgarderobe an und los. Es ist tatsächlich nur noch ein Tisch frei, an den ich mich alleine setze. Ich bestelle eine Apfelshisha und als sie kommt, genieße ich den tollen Geschmach und den leckeren Minztee, den ich dazu bestellt habe. Nach einer Zeit fällt mein Blick auf einen Vater mit Kind am Nebentisch. Nach ein paar Mal anlächeln und kopfnicken, kommen wir ins Gespräch. Er heißt Lee und stammt aus Südafrika. Wir kommen ins Schwärmen von der Schönheit Afrikas, als ich ihm erzähle, dass ich 2012 in Namibia war. Als er hier vor 7 Jahren ankam, war wohl alles noch Wüste. Nach einem ca. 1-stündigen netten Gespräch, verabschiedet er sich, weil er seinen Sohn nach Hause bringen muss. Er meinte aber, dass es eventuell wieder kommen und die Shisha zu Ende rauchen will. Als er nach 1 Stunde nicht mehr auftaucht, entschließe ich mich, zur Corniche zu laufen. Auch bei Nacht sind die Straßen immer noch sehr befahren.

Muroor Road bei Nacht

Als ich nach 30 Minuten merke, dass ich mich wohl sehr verschätzt habe, hole ich mir erstmal noch etwas zu essen. In einem türkischen Restaurant frage ich, ob auch Take-Away möglich ist. Es wird bejaht und ich bestelle. Nach ca. 10 Minuten verlasse ich den Laden mit Kebab und Salat, einem üppigeren Mahl, als ich erwartet habe. Nach ca. weiteren 15 Minuten erreiche ich endlich die Corniche und suche mir ein schönes Plätzchen zum Essen und um den schönen, lauen Abend zu genießen. Nachdem ich beides getan habe, sage ich mir, dass ich diesen Weg nicht nochmal gehe und winke mir ein Taxi ran. Die Fahrt dauert keine 10 Minuten, irgendwie zieht sich der Weg aber zu Fuß endlos. Im Hotel angekommen, lege ich mich hin und beende friedvoll den Tag.

Alle Bilder zu diesem Post in der Fotogalerie: Tag 1: Abu Dhabi

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