Die Bergwelt Musandams

Nachdem gestern die Fjorde Musandams auf dem Programm standen, heißt es heute darauf hoffe, dass die Tour um 14 Uhr auch stattfindet. Das lange Warten beschließe ich am Pool etwas zu verkürzen. Es ist ein wunderschöner, warmer, aber nicht heißer Tag. Ich mache es mir auf einer Liege gemütlich und packe wieder Dennis Rodman’s erstes Buch aus und lese weiter. Nach einiger Zeit merke ich, dass ich eine Abkühlung vertragen kann und schwinge meinen Körper in die eisigen Fluten des Pools. Gott sei Dank bekomme ich keinen Herzinfarkt, sondern gewöhne mich ziemlich schnell an den Temperaturunterschied. Als ich nach einer angemessen Auskühlung den Pool verlasse, fällt mein Blick auf einen Vogel, der irgend etwas im Schnabel hat und dieses Etwas immer wieder auf den Boden knallt. Als der Schnabel sich für eine Milisekunde öffnet, entgleitet das gepeinigte Etwas und springt mit einem Riesensatz auf einen Rettungsring, der im Pool treibt. Der Vogel schaut verdutzt, da die Heuschrecke hat sich ihren wohl besten, weil lebensrettendsten Sprung bis hier hin aufgehoben hat. Der Rettungsring hat damit seinem Namen alle Ehre gemacht, denn der Vogel erkennt, dasser keine Chance mehr auf ein leckeres Mittagsessen hat und zieht von dannen. Und das hier ist das mutige Kerlchen:

Glückliche Heuschreucke im Pool des Khasab Hotels

Es nähert sich die Mittagszeit und ich beschließe, mich für den Trip fertig zu machen. Pünktlich um 14 Uhr sitze ich im verabredeten Vorraum, aber wie das so in anderen Ländern ist, muss man hat Geduld mitbringen. Mir wird noch gesagt, dass wir auf eine Familie warten und dann werde ich noch 20 Minuten sitzen gelassen. Die Tpur beginnt schließlich gegen 14:30 Uhr, wir werden einander noch kurz vorgestellt und ich setze mich zum Fahrer nach vorne. Meine Vorfreude steigt, denn über die Bergwelt Musandams hatte ich viel gelesen. Der Fahrer fährt zunächst nach Süden entlang des Wadi Khasab.

Straße Richtung Jebel Shams

Die Straße macht eine Biegung nach Südost, der wir folgen. Links und rechts türmen sich bereits größere Berge in die aufgezogenen Wolken. Ich bitte den Fahrer, kurz anzuhalten, um diese Berge in einem Panorama festzuhalten.

Gebirgszug in der Bergwelt Musandams

Plötzlich biegt unser Guide auf eine Straße, die nach Norden führt ab und ich bin erst etwas verwirrt, da der Jebel Harim ja südlich von uns liegt. Es wird aber bald klar, dass er uns noch etwas mehr als nur das Harim-Gebirge zeigen möchte und so erreichen wir nach 5 Minuten Gravelroad eine kleine Ziegenfarm und wir steigen zum ersten Mal geplant aus.

Schaffarm am Fuße der Berge Musandams

Der Grund, wieso wir hier anhalten, ist aber nicht die Schaffarm, lässt uns der Guide wissen, sondern wir sollen uns die Behausung anschauen, die in die Erde gehauen ist. Diese Höhle stellt eine tradionelle Behausung der Urbevölkerung dieser Gegend dar und ist schon geschätzte 800 Jahre alt. Der Guide fragt mich, ob er ein Foto von mir vor der Höhle machen soll und ich lehne nicht ab.

Ich vor einer alten Wohnhöhle

Er macht gleich mehrere…

Ich vor einer alten Wohnhöhle

Die Höhle von innen:

Ein Blick ins Innere der Wohnhöhle

Als wir mit dem Posen vor der Höhle fertig sind, bemerke ich, dass wir plötzlich komplett von Ziegen umgeben sind.

Schafe auf einer Schaffarm am Fuße der Berge Musandams

Wir begeben uns zurück zum Auto und fahren an einem Truppenübungsplatz für Fallschirmjäger des omanischen Militärs vorbei hinauf auf eine Anhöhe Richtung Norden. Von dort oben bietet sich einer der schönsten Ausblicke im ganz Musandam.

Blick auf den Fjord Khor Najd

Unter uns liegt der Fjord Knor Najd, an dessen einem Ende ein kleines Fischerdorf liegt, zu dem die Straße führt, die wir heraufgekommen sind. Am anderen Ende war ich gestern, nur auf der anderen Seite der kleinen Felsen, denn an dieser engsten Stelle liegen Atlantik und der persische Golf nur wenige hundert Meter voneinander entfernt, allerdings durch Landmasse getrennt. Nur die Straße von Hormus verbindet die beiden Meere miteinander. Auch hier fragt mich der Guide wieder, ob er ein Foto machen soll. Mir wird das schon fast peinlich, aber ich füge mich…

Ich vor der Kulisse des Khor Najd

Auf dem Kamm machen wir danach wieder kehrt und erst jetzt bemerke ich den schönen Blick in das Tal, aus dem wir hier hochgefahren sind, dem Wadi Sal al-A’la.

Blick zurück ins Wadi Sal al-A'la

Als ich einsteige und unser Fahrer losfahren will, nähert sich einer der Fischer aus dem Dorf, der sein Boot transportiert.

Einheimischer transportiert sein Boot in den Fjord Khor Najd

Nach diesem vielversprechenden Auftakt geht es nun endlich in Richtung Süden, Richtung Jebel Harim. Die Anfahrt ist lang und dauert ca. 30 Minuten, als wir am Fuße der Paßstraße ankommen. Da sie komplett ungeteert ist, wartet der Guide lieber ab, dass andere vor uns fahrende Fahrzeuge das erste steile Stück unbeschadet meistern, bevor er ihnen hinterher fährt. Man sieht die Staubwolken, die die anderen Fahrzeuge aufwirbeln.

Die Bergstraße zum Jebel Harim beginnt

Nach ca. 15 Minuten über steile Rampen und Gravel erreichen wir den ersten Ausguckpunkt, der einen atemberaubenden Blick auf die zurückgelegte Strecke und das tiefe Tal bietet.

Blick zurück ins Tal auf die Bergstraße

das obligatorische Foto von mir vor diesem Ausguckpunkt…

Ich vor der atemberaubenden Kulisse des Jebel Harim Gebirges

Den zweiten Stopp legen wir auf meine Bitte ein, da ich eine sehr seltsame Steinformation fotografieren möchte, die mir aufgefallen ist.

Die Bergstraße zieht sich durch eine wundervolle Bergwelt

Nach weiteren 20 Minuten erreichen wir ein Hochplateau, auf dem anscheinend Ackerbau betrieben wird. Auf meine Frage hin antwortet der Guide, dass es sich hier um Dattelplantagen handeln würde, allerdings wächst hier in dieser Jahreszeit nicht mehr so viel. Im Frühjahr ist diese Gegend wohl kaum wieder zuerkennen, da es vor grün vor wohl nur so sprießt. Beim jetztigen Stand der Dinge ist dies allerdings kaum vorstellbar, denn es scheint knochentzrocken zu sein.

Hochplateau auf dem Weg zum Jebel Harim

Wir steigen wieder ein und fahren in einem Rutsch bis auf ein weiteres Hochplateau, was direkt über dem gerade passierten liegt. In der Nähe unseres Parkplatzes zeigt uns der Guide Fossilienfunde.

Fossilien am Fuße des Jebel Harim
Nahaufnahme der Fossilien am Fuße des Jebel Harim
Nahaufnahme der Fossilien am Fuße des Jebel Harim

Ich gehe noch ein paar Meter weiter, da sich von einer kleinen Kuppe ein toller Ausblick auf das Hochplateau von gerade bietet. Auch aus dieser Perspektive scheint es eher über eine schroffe Schönheit zu verfügen.

Panorama des Hochplateaus vom Fuße des Jebel Harims aus

Ein Blick nach rechts und da steht er, der Jebel Harim.

Panorama des Jebel Harim
Näheres Panorama des Jebel Harim

Als die Sonne durchbricht, ändern sich sofort die Farben und ich muss noch ein Foto vom Jebel harim machen.

Sonne erhellt den Gipfel des Jebel Harims

Die Radarstation auf dem Gipel dient der Verteidigung.

Radarstation auf dem Gipfel des Jebel Harims

Die Tour ist aber noch nicht ganz zu Ende, denn obwohl der Gipel militärisches Sperrgebiet, kommt man noch etwas höher und vor dort bietet sich ein wunderschöner Blick Richtung Süden und Richtung Vereinigte Arabische Emirate.

Panorama des Jebel Harim mit Bergstraße Richtung VAE

Natürlich darf auch hier nicht das Foto von mir fehlen!

Ich vor der Kulisse der Bergwelt südlich des Jebel Harims

Als wir Richtung Khasab aufbrechen, wird es langsam dunkel. Der Mond ist bereits aufgegangen und prangt in seinem Glanz über dem Majestätischen Berg. Ein wunderbares Bild, das sich da bietet.

Mond steht über dem Jebel Harim-Gebirge

Der Guide setzt uns wieder am Hotel ab und ich bezahle die Tour in bar, inklusive üppigem Trinkgeld, da mir die Tour wirklich gut gefallen hat. Und da wir uns so gut verstanden haben, bestehe ich auf ein Foto mit ihm und mir.

Unser Tourguide und ich

Ich beschließe den Abend bei einer Shisha ausklingen zu lassen und lass mich von einem Taxifahrer, dem vermutlich einzigen in Khasab zum Golden Tulip Hotel fahren. Er meint, dort gäbe es auch etwas zu rauchen und ich vertraue ihm. Als er mich am Hoteleingang rauslässt, fragt er mich, wie lange ich denn bleiben wolle und er hier warten können, um mich danach wieder zurück zum Hotel zu fahren. Ich sage, das wäre nicht nötig, da er aber signalisiert, er mache das gerne und vor allem kostenlos, willige ich ein und gehe ins Hotel. Wenn sich dann bei einem Shisha und einem Tee so ein Anblick bietet, weiß man, dass man alles richtig gemacht hat.

Shisha vor wunderschöner Kulisse der kleinen Bucht vor Khasab

Nach dem ich aufgeraucht habe, trete ich aus dem Hotel und sehe meinen Taxifahrer. Er hat tatsächlich gewartet und fährt mich frohen Mutes zum Hotel zurück. Meine Befürchtung, dass mich das richtig viel Geld kostet, ist allerdings unbegründet. Er überlässt es sogar mir, wie viel ich bereit bin zu zahlen. Ich gebe ihm 5 Rial und denke, dass es fair ist. Er findet das auch und so sind wir beide glücklich. Zurück im Hotel fange ich schon mal an, alles soweit einzupacken, da mich ja morgen die Fähre von Khasab nach Muskat bringen soll. Ich bin schon etwas aufgeregt, ob das auch alles so klappt, wie ich es geplant habe. Ich gehe aber mit einem guten Gefühl schlafen, da die Fähre erst um 12 Uhr ablegt und man gegen 10 Uhr einchecken soll, also keine Gefahr auf Verschlafen besteht.

Alle Bilder zu diesem Post in der Fotogalerie: Tag 5: Musandams Bergwelt

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