Fähre von Khasab nach Maskat

Der heutige Tag steht im Zeichen der Fährfahrt von Musamdams Hauptort Khasab nach Maskat. Die Fahrt soll ca. 5 Stunden dauern und zumindest die erste Stunde an der wundervollen Berg- und Fjordlandschaft Musandams vorbeiführen. Als ich vor einiger Zeit diese Reise geplant habe, fand ich gerade diesen Ausblick als besonders reizvoll und den Hauptgrund dafür, die Reise so zu planen, wie ich es getan habe und nicht einfach in ein Flugzeug zu steigen. Planmäßig soll die Fähre um 12 Uhr ablegen, der Check-In ist allerdings bereits um 10 Uhr vorgesehen. Daher ist kaum Zeit für ein ausladendes Frühstück, was aber auch nicht weiter tragisch ist. Ich erreiche um kurz vor 10 Uhr das Hafengelände, allerdings startet das Einchecken erst gegen 10:15 Uhr, aber nach dem Vorzeigen des Passes und der Fahrkarte sowie dem Durchleuchten der Koffer geht es für mich an Bord. Die Fähre ist extrem modern, sie gilt als die schnellste Fähre der Welt. Dennoch kostet so eine Überfahrt nur ca. 50 Euro. Ich sitze im klimatisierten Hauptraum, würde aber gerne nach draußen gehen, um den Hafen von der Fähre zu fotografieren, aber wir dürfen leider bis zum Ablegen den Raum nicht mehr verlassen. Daher nur ein Bild aus dem Innenraum.

Anlegestelle der Fähre nach Muskat vom Schiff aus

Dann bietet sich noch ein Blick auf das Schwesterschiff und das gesamte Hafengelände Khasabs.

Blick auf den Hafen von Khasab

Das Schiff verlässt den Hafenbereich und fährt von nun an ca. 1 Stunde an der Küste entlang, durch die Straße von Hormus, um dann Kurs auf den offenen Ozean zu nehmen. Eine Lautsprecherdurchsage begrüßt uns an Bord und teilt uns mit, dass Getränke an der Theke erhältlich sind und dass in ca. einer Stunde das Mittagessen gereicht wird. Jetzt erscheinen die 25 Euro für diese Überfahrt sogar als spottbillig. Aber die letzte Durchsage macht man dann doch glücklich, denn es wird mitgeteilt, dass ab jetzt auch wieder der hintere Bereich des Schiffes, also der einzige Außenbereich, betreten werden darf. Es wird noch vor dem Fahrtwind gewarnt. Ich denke mir so: „Was für ein Quatsch!“, aber als ich rausgehe und meinen Körper über die Reling beuge, bekomme ich einen linken Haken direkt ans Kinn. Der Fahrtwind ist wirklich sehr stark, denn das Schiff fährt wirklich, wirklich schnell, um nicht zu sagen, verteufelt schnell. An das Gewackel und den Wind muss man sich tatsächlich erstmal gewöhnen und es dauert etwas, bis ich die ersten brauchbaren Bilder produzieren, denn während der ersten Stunden bieten sich immer wieder tolle Ausblicke auf die Berg- und Fjordlandschaft Musandams. Genauso hatte ich mir die Fahrt vorgestellt und ich bin jetzt schon froh, dass ich die Reise genau so gebucht habe. Denn immer wieder liegen kleinere Inseln vor der Küste,…

Die Fjorde Musandams vom Schiff aus
Vorgelagerte Insel vor den Fjorden Musandams vom Schiff aus

bizarre Steinformationen bieten wunderbare Motive,…

Steinformationen vor den Fjorden Musandams vom Schiff aus

und dann fahren wir durch eine kleine Meerenge in den indischen Ozean.

Durchfahrt einer Meerenge aus dem persischen Golf in den indischen Ozean
Die Meerenge zwischen persischem Golf und indischem Ozean nach der Durchfahrt

Nach der Durchfahrt durch diese Meerenge dreht die Fähre langsam ab vom noch recht nahen Ufer, es bieten sich nicht mehr lange solche Anblicke.

Panorama der Bergwelt Musandams vom Schiff aus

Nach ca. 30 Minuten kann man auf beiden Seiten nur noch Meer sehen, obwohl sich auf der anderen Seite auch noch mal kurz der Iran erahnen lässt. Ich entscheide mich, mich wieder reinzusetzen. Keine Minute zu spät, denn es wird gerade das Mittagessen gereicht. Ich setze mich auf meinen Platz und warte, bis mir die Schale mit duftendem Reis und einem indischen Hähnchen-Curry angegeben wird. Das Essen schmeckt wirklich klasse, auch die gereichten Getränke sind gut. Als Nachtisch gibt es noch einen Kaffee und ich bin vollends zufrieden mit dieser Reiseform. Absolut empfehlenswert. Dann tauchen plötzlich wie aus dem nichts ziemlich viele, anscheinend vor Anker liegende große Tanker am Horizont auf. Ein eindrucksvoller Anblick.

Tanker warten auf die Durchfahrt der Straße von Hormus

Danach verläuft die Reise sehr ereignislos, für ca. 2 Stunden. Am Horizont zeichnen sich dann aber die ersten Berge ab und die Küstenlinie wird deutlicher. Alsbald sind wir dann am Ziel und ich steige aus und in einen kleinen Shuttlebus, der uns zu einem Hauptgebäude fährt. Ich nehme mir ein Taxi und lasse mich zum Hotel fahren. Das Einchecken verläuft problemlos, das Zimmer ist sauber und groß. Nach dem Ankommen juckts mich dann aber doch noch, nach Mutrah zur Corniche zu gehen. Die auf einer Anhöhe trohnenden Burg ist abends wunderschön beleuchtet.

Blick auf das beleuchtete Schloss von Mutrah

Auch die Corniche bieten einen tollen Anblick in der nächtlichen Beleuchtung.

Mutrah Corniche bei Nacht

Im Hafen liegt das Schiff des Sultans.

Hafen von Mutrah bei Nacht

Irgendwie fühle ich mich aber seit einiger Zeit etwas schummrig und schwach auf den Beinen. Ich glaube, ich bin leicht seekrank und merke, wie ich trotz festem Untergrund das leichte Wiegen des Schiffes merke. Dennoch entschließe ich mich, den Tipp aus dem Lonely Planet zu folgen und in das Dochrestaurant des Marina Hotels etwas speisen zu gehen, da das Essen gut sein soll und der Ausblick über die Corniche atemberaubend sein soll. Ich fahre mit dem Fahrstuhl in das oberste Geschoss und steige aus. Schon nach wenigen Metern bin ich ziemlich beeindruckt von dem Anblick, der sich mir bietet. Ich setze mich aber erstmal hin und bestelle etwas zu essen und zu trinken. Die Königsmakrele ist wirklich sehr gut und vor allem sehr Fair im Preis. Gesättigt habe ich mir das Recht auf ein schönes Panorama verdient.

Blick vom Restaurant des Marina Hotels auf die Mutrah Corniche bei Nacht

Danach mach ich wieder auf den Weg zurück ins Hotel, wo ich ins Bett falle.

Alle Bilder zu diesem Post in der Fotogalerie: Tag 6: Musandam - Maskat

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