Liwa – Fahrt zur Moreeb-Düne

Das Hotelzimmer ist mit allen Luxusgütern ausgestattet, sodass sowohl die Nacht als auch der frühe Morgen sehr angenehm waren. Das Frühstück ist wieder als Büffet organisiert, ich melde mich brav an und probier mich dann durch die verschiedenen Köstlichkeiten. Der Tag startet also sehr gut und es ist fantastisches Wetter draußen. Heute steht die Fahrt zur Moreeb-Düne an, die ich eigentlich schon gestern hätte machen wollen, aber es einfach nicht zeitlich gepasst hat. So sieht der Tagesplan für heute vor, dass der Vormittag mit diesem Ausflug in die Wüste ausgefüllt und mein Aufenthalt in diesem Hotel mit einem Poolbesuch ausklingen wird, bevor es heute Abend wieder zuürck nach Dubai geht. Ich freue mich schon auf die Sandwüste, die Rub al Chali, die größte Sandwüste der Welt.

Die Fahrt vom Hügel des Hotels lässt schon erahnen, wohin es geht, denn Sand ist hier allgegenwärtig. Den Abzweig zur Moreeb-Düne finde ich anhand eines Straßenschilds leicht und nach nicht mal 10 Minuten Fahrt ist man bereits nur noch von Sand umgeben, obwohl man natürlich hinter sich am Horizoint noch Zivilisation erahnen kann. Das zwingt mich förmlich zu meinem ersten Fotostopp.

Große Düne vor dem Wüstenmeer am Anfang der Straße zur Moreeb-Düne

Ich steige wieder ein und fahre weiter. Diese menschenleere, sandige Landschaft ist einfach nur respekteinflössend und absolut atemberaubend. Die Straße, die sich durch diese unwirtliche Wüste zieht, ist der einzige Beweis für menschliche Anwesenheit in einer Region, wo so gut wie nichts überleben kann.

Straße zur Moreeb-Düne windet sich durchs Wüsteenmeer

Ich entschließe mich, mal etwas weiter rein in die Dünenlandschaft zu laufen, um ein Gefühl von „komplett von Sand umgeben“ zu bekommen. Als ich zurück zum Auto schaue, kommen mir leichte Zweifel, ob mich dieses Auto auch sicher durch diesen Trip bringen wird.

Schritte im Sand und Blick zurück zu meinem Mietwagen

Ich klettere noch ein Stück weiter und sehe tatsächlich nur noch Sand um mich herum. Ist schon ein echt spannendes, aber auch leicht beängstigendes Gefühl. Dennoch überwiegt die tiefe Zufriedenheit, diese tolle Aussicht genießen zu können und zu dürfen. Wüsten üben auf mich immer etwas Beruhigendes aus, berühren die ganz tief in mir verwurzelte Verbundenheit zur Natur. Nach diesem Augenblick des Innehaltens mache ich ein Panorama von der vor mir liegenden Wüstenlandschaft.

Panorama des Dünenmeers auf dem Weg zur Moreeb-Düne

Besonders beeindruckt bin ich von der am Horizont aufragenden weiteren Dünenlandschaft und ich muss daran denken, dass dahinter die nächsten Sanddünen aufragen und das bestimmt noch für weitere 1000 km. Das ist ein erfurchtsvoller Anblick. Ich halte den Moment für gekommen, dass ich mein erstes Nerdbild in diesem Urlaub mache und bringe das von einem Arbeitskollegen ausgeliehenen Dreibeinstativ in Stellung. Das folgende Bild entsteht.

Ich sitze in der Wüste vor Dünenkulisse

Auf dem Weg zurück zum Auto sehe ich auf einmal seltsame Dinge im Sandboden stecken. Ich weiß bis heute nicht, was das gewesen sein soll. Fotografiert habe ich dennoch.

Seltsame, von Menschen geschaffene, hölzerne Gebilde im Wüstensand

Immer wieder auf der nur 30 km langen Straße zur Moreeb-Düne verspüre ich den Drang, den Wagen zu lassen, obwohl es mittlerweile auch brütend heiß da draußen ist. Gut, dass ich einen großen Wasserkübel dabei habe. Die Dünen sind einfach ein absolut grandioser Anblick und ich habe das Gefühle, dass sie auch immer größer und höher werden.

Wüstenmeer der Rub al Chali auf dem Weg zur Moreeb-Düne

Dann fällt mir plötzlich eine Bewegung in den Dünen auf und als ich durch die Linse meines Zooms schaue denke ich „What the frak?“, denn ich erblicke folgendes:

Einsamer Mensch in Wüste

Von wegen „menschenleere Wüste“, da läuft einer in den Dünen rum. Was er da macht, erschließt sich mir allerdings nicht. Irgendwann sehe ich ihn nicht mehr und kehre zum Auto zurück. Die Straße ist doch sehr hügelig und so bieten sich natürlich an höheren Stellen immer wieder tolle Ausblicke auf die kleinen eingelagerten Geröllebenen, die sich mit dem Sanddünen abwechseln.

Die Straße zur Moreeb-Düne führt durch Sanddünen und Geröllebenen

Dann erblicke ich doch noch Zeichen menschlicher Besiedlung bzw. Bewirtschaftung, Beduinenzelte.

Wohnzelte einer Kamelfarm

Die Zelte sind Teil einer Kamelfarm, die sich an den Fuß einer größeren Düne schmiegt. Etwas merkwürdig siehen diesen Aufbauten allerdings doch aus in dieser so menschenfeindlichen Landschaft. Wie gut, dass Kamele perfekt an das Leben hier angepasst sind, aber auch sie brauchen wohl ab und an etwas Schatten.

Kamelfarm in der Rub al Chali

Immer tiefer fahre ich in die Rub al-Chali und die Wüstenlandschaft wird immer imposanter.

Panorama einer großen Düne in der Rub al Chali

Die Straße führt weiter und weiter und ich denke schon, wie weit denn noch, als sich endlich ein Ende erahnen lässt.

Straße Richtung Moree-Düne durch das Wüstenmeer der Rub al Chali

Ein letztes Panorama von zwei gewaltigen, nebeneinander liegenden Dünen muss aber noch sein:

Großes Panorama zweier Dünenkämme in der Rub al Chali

Als ich allerdings die Anlage an der Moreeb-Düne erreiche, ist der Zauber der wunderschönen Landschaft umgehend verflogen. Die Düne ragt zwar gewaltig aus dem Erdboden und dank des großen Gefälles wirkt sie einschüchternd und abweisend. Der Gedanke, dass hier Irre mit motorisierten Untersätzen hochfahren, verstört mich.

Aufbauten auf der Moreeb-Düne

Ich fahre eine Runde, um mir das Gelände anzusehen, aber ich will hier eigentlich weg. Ich will wieder in die Einsamkeit der Wüste, nicht in diesem Zentrum dieses Inbegriffes menschlichen Wahnsinns verweilen. Ich kehre also wieder auf die Straße durch die Wüste zurück, der Zauber will sich aber leider nicht so recht wieder einstellen. Ich erreiche das Hotel ca. 30 Minuten später, weil ich nicht einmal mehr anhalte. Ich gehe ins Hotelzimmer und ziehe mir meine Badehose an und schnappe mir das Dennis Rodman-Buch „Bad As I Wanna Be“. Die restliche Zeit verbringe ich am Pool.

Poolbereich des Hotel Liwa

Gegen 16 Uhr mache ich dann auf den Weg zurück nach Dubai, um dort den Mietwagen wieder abzugeben. Die Fahrt zieht sich ganz schön hin, sind ja auch immerhin fast 3 Stunden. Die Rückgabe des Wagens klappt ohne Probleme und ich steige in ein Taxi und lasse mich zum gleichen Hotel fahren, was ich schon am ersten Tag meines Urlaubs bezogen habe. Das Einchecken geht schnell, ich beziehe das Zimmer und frage am Schalter, wo ich denn noch eine Shisha rauchen könne. Da ich morgen sehr früh zu meinem Trip nach Musandam abgeholt werden soll, will ich nicht mehr zu lange suchen bzw. fahren. Der Portier erklärt mir, wo ich das nächste Cafe finde und ich finde es es auch recht schnell. Ich lasse den Abend dann heiter bei einer Wasserpfeiffe ausklingen.

Alle Bilder zu diesem Post in der Fotogalerie: Tag 3: Liwa, Tag 2

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