Streifzug durch Maskat

Nach dem Frühstück steht heute ein Erkundung der Haupstadtregionen Mutrah und Alt-Maskat an und zwar entlang der Corniche, die beide Stadtteile miteinander verbindet. Der Weg vom Hotel Mutrah führt mich zunächst Richtung Mutrah Castle, was majestätisch auf einem Hügel über dem Hafen thront und was ich gestern Abend nur noch im Dunkeln fotografieren konnte. Ich laufe entlang der Corniche, der großzügig angelegten Küstenstraße, die Mutrah mit dem alten Stadtkern von Maskat, dem heutigen Stadtteil Alt-Maskat. Ich kann auf den ersten Blick keinen Aufgang erspähen, sodass ich erst am Schloß vorbei laufe, um dann in eine steile Straße abbiege, die augenscheinlich zum Eingang führen sollte. Allerdings stellt sich alsbald heraus, dass ich entweder zu blind war oder es keinen Eingang ins Schloß gibt (wahrscheinlich ist das Erstgenannte richtig 😀 !). Die Scheitelpunkt der Straße ist überwunden und etwas verblüfft stelle ich fest, dass ich den Eingang nicht finde, nur eine unscheinbare Treppe, die ich von der Straße aus sehe, verspricht so etwas wie einen Eingang. Ich entschließe mich, diese steile Treppe zu erklimmen und oben am Schloß angekommen, bemerke ich, dass die Tore verschlossen sind und auch einen Hinweis auf Eintrittszeiten oder dergleichen sucht man vergebens. Als ich mich aber zum Gehen wenden, merke ich erst den atemberaubenden Anblick, den man von hier hat. Ich steige zur noch besseren Übersicht auf eine (für mich schulterhohe) Mauer, um von dort den Blick mit einem Panorama festzuhalten.

Panorama von Mutrah vom Mutrah Fort aus

Beim näheren Hinsehen kann man die starke Befestigung des Hafens mit Wachtürmen erkennen.

Panorama der Wachtürme von Mutrah vom Mutrah Fort aus

Nach der Flucherei beim Aufstieg hat sich dieser Ausflug dann doch gelohnt und ich gehe zufrieden wieder Richtung Corniche. Von hier bietet sich nochmal einen schöner Anblick auf das Schloß.

Mutrah Fort

Dass der Oman ein reiches Land ist, wird immer deutlicher, je länger man die Corniche entlangstreift und je näher man dem jetzigen Sitz des Sultans in Alt-Maskat kommt. Ob Wasserspiele,…

Wasserspiele an der Corniche Richtung Maskat

oder großzügige Parkanlagen,…

Panorama der Bucht am Riyam Park

die Hauptstadt schmückt sich damit. An der Corniche gibt es einen alten Wachturm, den man begehen kann. Er befindet sich am Eingang der Bucht von Mutrah und von hier konnte kontrolliert werden, wer in den hafen darf und wer nicht.

Wachturm thront auf einem Felsen in der Bucht von Mutrah

Im Inneren des Wachturm kann man bewundern, womit die Einfahrt zum Hafen von Mutrah und die der daneben gelegenden Bucht schützt, mit Kanonen!

Kanonen im Wachturm in der Bucht von Mutrah

Von hier aus bietet sich ein hervorragender Blick auf die Bucht von Mutrah,…

Blick auf den Hafen von Mutrah

und der daneben liegenden Bucht.

Blick auf die Corniche

An der Kreuzung am Riyam Park bietet sich die Möglichkeit, weiter entlang der Corniche zu gehen oder den Weg über die alte Pass-Straße zu beschreiten, die die Hauptverbindung der beiden Stadtteile bildete, bevor die Corniche gebaut wurde. Ich entschließe mich, den schwierigeren Teil der Strecke auf dem Hinweg zu gehen, um dann auf der Corniche zurück nach Mutrah zu laufen. Laut Loneley Planet soll sich von alten Straße ein toller Blick auf Alt-Maskat bieten, den ich mir nicht entgehen lassen möchte. Obwohl ich mir nicht ganz sicher bin, wie anstregend das bei 35 Grad im Schatten (OHNE SCHATTEN!) wird, stapfe ich frisch verstärkt um eine Flasche Wasser den Berg hinauf.

Blick hinauf zur Passhöhe der alten Passstraße

Auf der „Passhöhe“ (bei der Höhe verbietet sich der Begriff fast 😀 !) bietet sich dann aber der versprochene tolle Ausblick auf Maskat und am Wasser ist sogar schon das Halbziel des heutigen Tages, der Sultanspalast, zu erkennen.

Panorama von Maskat von der alten Passstraße aus

Als ich die Pass-Straße hinter mich gebracht habe, brauche ich erstmal eine Stärkung und suche mir einen leckeren Imbiss. Das Essen war lecker, obwohl ich über das „Hühnchen“ sehr verwundert bin, denn es tatsächlich am Knochen und nicht, wie ich es erwartet habe, als kleine Streifen direkt essbar. Nun ja, andere Länder, andere Sitten! Beim Essen und Verdauen beobachte ich eine Szenerie, die mich etwas verwirrt und ich mich obgleich frage, wie viele Halbstarke man benötigt, um eine Oman-Flagge aufzuhängen. Die Antwort lautet anscheinend 7!

Jugendliche Omanis hängen Nationalflaggen zum Nationalfeiertag auf

Auf dem Weg zum Palast gehe ich immer wieder über Prachtboulevards und der Reichtum des Omans und die Bereitschaft, diesen in Prunk zu investieren, sind augenscheinlich.

Palmenallee in Maskat

Eine lange, rot aspahltierte Straße führt dann zur Residenz Sultas Qabus‘ und breitet sich dann zu einem Platz aus.

Panorama des Platzes vor dem Palast von Sultan Qabus in Maskat

Der Sultanspalast wirkt etwas seltsam und so gar nicht Vorbild der arabischen Architektur, eher wie ein Fremdkörper.

Nahaufnahme des Palastes von Sultan Qabus in Maskat

Ich gehe links um den Palast herum und der Weg führt dann zur Bucht, an der der Palast erbaut wurde. Ein toller Anblick bietet sich.

Bucht hinter dem Palast von Sultan Qabus in Maskat

Auch auf den Palast von hinten, eingerahmt von den beiden Burgen portugisieschen Ursprungs.

Palast von Sultan Qabus in Maskat von der Bucht aus

Auf dem Rückweg merke ich langsam, dass der Marsch bei den äußeren Bedingungen deutlich an mir nagt und meine Füße schmerzen lässt. Ich suche im Kalbooh Park eine willkommende Erholung und lege die Füße hoch.

Im Kalbooh Park an der Corniche zwischen Maskat und Mutrah

Vor dem Eingang der Parks bietet ein schmaler Strand Zugang zum Meer und ich ziehe frohlockend meine Schuhe aus, um ihnen ein wohlverdiente Abkühlung zu bescheren. Dabei bemerke ich, dass die ganze Uferbefestigung nur so vor Krebsen wimmeln.

Krebse in einer Bucht an der Corniche zwischen Maskat und Mutrah

In der seichten Brandung des Strandes streunt ein Fischreiher auf und ab,…

Ein Fischreiher in der Bucht an der Corniche zwischen Maskat und Mutrah

auf der Suche nach Beute.

Ein Fischreiher fängt ein Fischchen in der Bucht an der Corniche zwischen Maskat und Mutrah

Die 20 km Fußweg waren dann doch sehr viel für mich und vor allem meine Füße schmerzen sehr. Dennoch raffe ich mich nach einer halben Stunde Ausruhen auf, dusche und gehe wieder in das Restaurant des Marina Hotels, da ich die Aussicht und das Ambiente dort oben einfach toll fand. Am Nebentisch fällt mein Blick auf ein zwei Männer mit einem Kind, die ebenso wie ich ihr Abendessen genießen. Nach einer Weile und etwas Zuhören stellt sich heraus, dass der ältere Mann den jüngeren Mann besucht und dass der Junge zu dem jüngeren Mann gehört. Es wird viel über Erlebtes gesprochen und als sich der ältere Mann verabschiedet, sehe ich meine Chance und lächle den Verbleibenden zu. Der Mann lädt mich nach kurzem Zögern an seinen Tisch und wir stellen uns gegenseitig vor. Der Mann heißt Roman und wir kommen schnell ins Gespräch. Er stammt aus Tschechien und er und seine Frau sind hierher ausgewandert und wohnen seit mehr als 5 Jahren in Maskat. Es wird ein sehr fröhlicher Abend mit etwas Bier und vielen Geschichten über den Oman und andere Reiseziele. Er gibt mir tolle Tipps und Dinge mit auf den Weg, die man beachten sollte. Ich erzähle ihm, dass ich am nächsten Tag ins Gebirge aufbrechen werde und erstmal zwei Wochen nicht in Maskat bin. Wir verabreden uns aber lose für die meine letzten beiden Urlaubstage, die ich ja planmäßig hier verbringen möchte. Wir tauschen E-Mail-Adressen und Webseiten-URLs aus, da wir beide Blogschreiber über unsere Reiseerlebnisse sind. Erfüllt vom Essen und diesem schönen Abend mache ich mich auf den Weg zurück zum Hotel und gehe schlafen.

Alle Bilder zu diesem Post in der Fotogalerie: Tag 7: Maskat

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